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Palm-Preis an Oppositionelle aus Mexiko und Iran

Der mexikanische Journalist Pedro Matias Arrazola und die iranische Frauenrechtlerin Mahboubeh Abbasgholizadeh erhalten den Johann-Philipp-Palm-Preis 2010. Die mit je 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ehrt Personen oder Institutionen, die sich in herausragender Weise für Meinungs- und Pressefreiheit einsetzen, wie die „Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte“ am Donnerstag in der Hansestadt mitteilte. Arrazola war bis Juni Gast der Stiftung.

Der alle zwei Jahre von der Johann-Philipp-Palm-Stiftung vergebene Preis wird am 5. Dezember im baden-württembergischen Schorndorf verliehen. Sein Namensgeber ist der in dem Ort geborene Buchhändler Johann Philipp Palm (1766-1806). Er wurde am 26. August 1806 ermordet, weil er eine kritische Schrift gegen die französische Militärdiktatur Napoleons verbreitete. Schirmherr des Preises ist der Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Die Festvorträge bei der Preisverleihung halten der frühere Bundesverfassungsrichter Udo Steiner und die Geschäftsführerin der „Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte“, Martina Bäurle.

Der aus Oaxaca stammende Pedro Matias Arrazola berichtet seit 1986 über soziale Missstände und Korruption in der Region. 2008 wurde er von Unbekannten entführt und gefoltert. Er arbeitete unter anderem für die Zeitung „Noticias de Oaxaca“ und die Nachrichtenagentur Noticias Mexicanas (Notimex).

Die Frauenrechtlerin und Filmemacherin Mahboubeh Abbasgholizadeh gehört zu den führenden Oppositionellen des Iran. Sie setzt sich insbesondere für die Abschaffung der Steinigung ein. Im Mai 2010 wurde sie vom iranischen Revolutionsgericht in Abwesenheit wegen angeblicher Angriffe auf die nationale Sicherheit zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren und 30 Peitschenhieben verurteilt.

Quelle: kna