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Organisatoren: Weltjugendtag wird sozialer und politischer

Der katholische Weltjugendtag im brasilianischen Rio de Janeiro Ende Juli wird nach Hoffnung der deutschen Organisatoren sozialer und politischer werden als die Vorgängerveranstaltungen. "Es wird nicht so wie in Madrid 2011, als Jugendliche massenhaft gegen die soziale Lage im Land protestierten und man den Eindruck hatte, die spanische Kirche duckt sich weg", sagte der Präses des Bundes der Katholischen Deutschen Jugend (BDKJ), Simon Rapp, am Freitag in Köln. Sowohl das Land Brasilien, die Umstände und "vor allem Papst Franziskus mit seiner Botschaft und den Zeichen zur radikalen Umkehr" weckten bei vielen Jugendlichen Hoffnungen, so Rapp.

Aus Deutschland werden nach Aussage des Vorsitzenden der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Karl-Heinz Wiesemann, rund 2.000 Jugendliche teilnehmen. Als Gründe für die vergleichsweise geringe Teilnahme gegenüber Sydney 2008 (6.000) und Madrid (16.000) nannte er die hohen Kosten einer Brasilien-Reise, aber auch die Beschränkung auf Jugendliche ab 18 Jahren. Man habe sich entschlossen, nur volljährige Teilnehmer mitzunehmen, weil das Sicherheitsrisiko in Rio größer als etwa in Sydney sei und die Reise mit absehbar großen körperlichen Anstrengungen verbunden sei.

Der Stellvertretende Geschäftsführer des Bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerkes Adveniat, Stephan Jentgens, sprach von einem "neuen Fahrgefühl, katholisch zu katholisch". Papst Franziskus habe als Erzbischof von Buenos Aires klare Ziele für die Arbeit der Kirche formuliert. Dazu gehörten eine offene Kirche, gut ausgebildete Laien, eine Evangelisierung und die Unterstützung von Armen und Kranken. Diese "Kennzeichen der Kirche in Lateinamerika" sollten auch den deutschen Teilnehmern "weltkirchliches Lernen ermöglichen", so Jentgens.

Er betonte, der Weltjugendtag in Rio dürfe keine "Mittelstandsveranstaltung" werden. Daher habe Adveniat ein Stipendienprogramm für lateinamerikanische Gemeinden aufgelegt, das auch armen Jugendlichen eine Teilnahme ermöglichen solle.

Der Weltjugendtag findet vom 23. bis 28. Juli in Rio de Janeiro statt. Die Organisatoren rechnen mit insgesamt zwei bis drei Millionen Teilnehmern. Der Besuch beim WJT ist zugleich die erste Auslandsreise des neuen Papstes Franziskus.

Quelle: KNA