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Ordensgründerin der Lauritas wird als erste Kolumbianerin heilig gesprochen

Am 12. Mai feiert Papst Franziskus auf dem Petersplatz seine erste Heiligsprechung. Dabei werden der Märtyrer Antonio Primaldo und seine Gefährten, die 1480 im süditalienischen Otranto von Muslimen getötet worden waren, zur Ehre der Altäre erhoben.
Weiter kanonisiert der Papst die kolumbianische Ordensgründerin María Laura de Jesús Montoya Upegui (1874 - 1949) und die Mexikanerin Maria Guadalupe Garcia Zavala (1878-1963).
Benedikt XVI. hatte die Heiligsprechung beim Kardinalstreffen am 11. Februar angekündigt, unmittelbar bevor er seine Rücktrittsabsicht bekanntgab.

Die selige Kolumbianerin María Laura de Jesús Montoya Upegui (1874-1949) gründete die "Kongregation der Missionarinnen von der seligen unbefleckten Jungfrau Maria und der heiligen Katharina von Siena". Der Vatikan hatte am 20. Dezember ein Wunder auf ihre Fürsprache bestätigt. Gleiches gilt für die Mexikanerin Maria Guadalupe Garcia Zavala (1878-1963), Mitbegründerin der "Kongregation der Dienerinnen der heiligen Margherita Maria und der Armen".

Die Heiligsprechung ist in der katholischen Kirche eine feierliche Erklärung des Papstes über das vorbildlich christliche Leben eines Menschen und über seine endgültige Aufnahme zu Gott. Nach dieser «Kanonisation», die während eines Festgottesdienstes vollzogen wird, darf die betreffende Person weltweit verehrt werden. Der Heiligsprechung geht ein kirchlicher Prozess voraus, der über mehrere Instanzen führt. Dabei muss nachgewiesen werden, dass durch die Fürsprache des oder der Betroffenen Wunder geschehen sind. Das gilt allerdings nicht für Menschen, die als Märtyrer, also wegen ihres Glaubens, gestorben sind.

Missionarinnen der unbefleckten Jungfrau Maria und der heiligen Katharina von Siena

Der von Madre Laura gegründete Missionsorden („Lauritas“), der sich ganz dem Dienst an den Indigenen widmet, wird seit Jahrzehnten von Adveniat unterstützt. In Lateinamerika und der Karibik hat Adveniat vielfältige Projekte der Lauritas, unter anderem in Kolumbien, Ecuador, Venezuela, Brasilien und Bolivien, gefördert. Die Arbeit der Schwestern ist dabei nicht rein missionarisch. Sie helfen den Indigenen behutsam, sich auf das unausweichliche Eindringen der westlichen Zivilisation vorzubereiten, ohne ihre Sprache und Kultur zu verlieren. Die Schwestern leisten darüberhinaus Gesundheitsvorsorge, und helfen, die Indigenen selbst auszubilden.

Das Motto des Ordens, dem in 19 Ländern 850 Schwestern in 148 Niederlassungen (Stand 2012) angehören, lautet: „dorthin gehen, wohin niemand sonst geht“. Mit diesem Prinzip einer Geh-hin-Kirche war Madre Laura zu ihrer Zeit Vorreiterin. In ganz Medellin gab es keinen Priester, der sich mit der Frage, der Missionierung und dem Dienst an Indigenen beschäftigen wollte. Somit ist der Orden, wenn auch nicht in der Ausformulierung, so doch in der Ausübung der Teologia India, prägend gewesen.

Auch bei heute sehr aktuellen Themen, wie der Frage des Landraubs, ist Madre Laura in ihrem Kampf für den Schutz indigener Rechte Vorbild gewesen. In einem ihrer regelmäßigen Briefe schreibt sie, dass die Landrechte der indigenen Bevölkerung unbedingt zu schützen sind:
„Ich fürchte vor allem die Tatsache, dass die Indianer keinerlei Schutz uns Sicherheit über ihr Eigentum haben. Wenn diese Dinge sich nicht ändern und man damit anfängt, die Landrechte dieser Indianer zu verteidigen, werden sie sicher nirgends jene Tätigkeiten, die gerade anfängt sie aufzuwecken, weiterhin ausüben.“
Michael Huhn, Brasilienreferent bei Adveniat, der die Arbeit der Lauritas seit vielen Jahren kennt und beobachtet spricht von einem „stets segensreichen Wirken. Prädikat besonders unterstützenswert.“