Peru |

Oppositionsführerin Fujimori aus U-Haft entlassen

In Peru hat das Verfassungsgericht die Freilassung der rechtspopulistischen Oppositionspolitikerin Keiko Fujimori aus der Untersuchungshaft beschlossen. Drei der vier Richter hatten zu Wochenbeginn für die Entlassung der Vorsitzenden der Partei "Fuerza Popular" (FP) aus dem Gefängnis in Perus Hauptstadt Lima gestimmt, berichtet die Nachrichtenagentur AFP über die gerichtliche Anordnung. Im Laufe des Donnerstages, 28. November 2019, werde mit der Haftentlassung gerechnet, so die Tageszeitung „El Comercio“. 

Fujimori ist wegen Korruption angeklagt, sie soll im Wahlkampf 2011 illegale Zahlungen vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht in Höhe von 1,2 Millionen US-Dollar angenommen haben. Die Entlassung aus der U-Haft bedeute jedoch keinen Freispruch von der Korruptionsanklage, erklärte der Präsident des Obersten Gerichts Ernesto Blum. Die 46 Jahre alte Oppositionsführerin sitzt seit einem Jahr im Chorillos-Gefängnis.

Die Länge der Untersuchungshaft für die einflussreiche politische Gegnerin von Präsident Martín Vizcarra war bereits im September von 36 auf 18 Monate halbiert worden. Wegen der tiefen Verstrickung der politischen Elite hatte Vizcarra zuletzt das Parlament aufgelöst und für Januar 2020 Neuwahlen angesetzt. Der Vater der 46 Jahre alten Politikerin Alberto Fujimori hatte Peru von 1990 bis 2000 mit diktatorischen Mitteln regiert. 2007 war der Ex-Staatschef wegen Korruption, mehrfachen Mordes, dem Einsatz von Todesschwadronen und anderer schwerer Menschenrechtsverbrechen zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. (bb)

Weitere Nachrichten zu: Panorama