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Oppositionelle suchen Unterstützung der Kirche

Managua. Die katholische Kirche in Nicaragua wird zur Anlaufstelle der bürgerlichen Opposition: Der Vorsitzende der Nicaraguanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Leopoldo Brenes, traf am Wochenende mit Führern oppositioneller Bürgerrechtsgruppen zusammen und rief dort laut Bericht der Tageszeitung "Nuevo Diario" zur Besonnenheit auf. Der Erzbischof der Hauptstadtdiözese Managua selbst verzichtete nach dem vom den Medien aufmerksam verfolgten Treffen auf eine öffentliche Stellungnahme.

Donald Munoz, Sprecher der "Nationalen Jugendbewegung", sagte anschließend dem Blatt: "Wir hoffen, dass uns der Erzbischof unterstützt." Saul Mora vom "Netz des bürgerlichen Widerstandes" erklärte, Brenes habe vor allem gefordert, dass jeder geplante Protest gewaltfrei bleiben müsse.

Der Widerstand der Bürgerrechtsgruppen richtet sich vor allem gegen eine Entscheidung des obersten Gerichtshofes: Die in der Mehrzahl von den sandinistischen Machthabern eingesetzten Richter hatten eine Verfassungsänderung für zulässig erklärt, die dem sandinistischen Staatspräsidenten Daniel Ortega nach Ende seiner Amtszeit eine erneute Kandidatur ermöglicht. Daran übt auch die katholische Kirche des mittelamerikanischen Landes Kritik.

Quelle: kna