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Online-Petition für Asbest-Verbot

Eine Internet-Initiative fordert in Brasilien ein Verbot von Asbest. Zu den Organisatoren zählen selbst Betroffene und Vertreter der Zivilgesellschaft. In Deutschland ist der Baustoff seit 1993 verboten, Asbest findet sich aber nach wie vor in zahlreichen Gebäuden. Brasiliens Oberster Gerichtshof befasst sich seit 2008 mit einem Asbestverbot, ein Urteil könnte in diesem Jahr erfolgen. Die Petition macht auf die erheblichen Gesundheitsrisiken aufmerksam, welche von Asbest ausgehen.

Auslöser zahlreicher Krebsarten

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jedes Jahr etwa 107.000 Menschen, die mit Asbest in Kontakt gekommen waren. Die Internationale Arbeitsorganisation ILO schätzt, dass weltweit mindestens 125 Millionen Menschen an ihrem Arbeitsplatz dem krebserregenden Baustoff ausgesetzt sind. Neben Lungen-, Kehlkopf- und Eierstockkrebs kann Asbest auch chronische Erkrankungen der Atemwege verursachen. Die WHO plädiert dafür, die Verwendung aller Asbest-Arten einzustellen. Brasiliens Nationales Krebs-Institut betont, dass nicht nachweisbar sei, dass Menschen sich ab einem gewissen Niveau Asbestfasern gefahrlos aussetzen könnten.

Gesundheit vor Profit

In der Petition heißt es, die Gesellschaft dürfte nicht weiter dem potenziell tödlichen Baustoff ausgesetzt werden, nur weil dies den Interessen von Unternehmen entspreche. Weltweit hätten bereits über 50 Länder Asbest verboten, um die Gesundheit ihrer Bürger zu schützen. Japan, in dem ein Asbestverbot herrsche, koste die Behandlung von Asbest-Opfern noch heute immense Summen. Brasiliens Regierung lasse es skandalöserweise zu, dass Asbest in arme Länder exportiert werde. Die Petition endet mit den Worten: „Asbest tötet.“ (bs)

Quellen: adital, peticaopublica