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Offshore-öl für Gesundheit und Bildung

Brasiliens Abgeordnetenkammer hat am Mittwoch für ein Gesetz gestimmt, das künftige Einnahmen des Fiskus aus der öl-Förderung für Bildung und Gesundheit bestimmt. „Der Vorschlag bestimmt 75 Prozent der Royalities aus dem Pré-Sal-Vorkommen für Bildung und 25 Prozent für Gesundheit“, so eine Presseerklärung auf der Internetseite der zweiten Kammer des brasilianischen Nationalkongresses nach der Abstimmung. Das Gesetz muss von Präsidentin Dilma Rousseff unterzeichnet werden.

Eingebracht hatte die Gesetzesvorlage Dilma Rousseff, auch um die politischen Proteste für mehr Bildung und Gesundheit zu beruhigen. Im Juni hatte Rousseff in einer Rede an die Nation die Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen angekündigt. Die Abgeordneten änderten den Vorschlag der Regierung jedoch leicht ab. Dieser wollte 100 Prozent künftiger öl-Einnahmen für Bildung reservieren, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Agencia Brasil.

Der brasilianische Staat hofft auf hohe Einnahmen aus dem öl-Geschäft. Die „Pré-Sal-Vorkommen“ (auch: „Vor-dem-Salz-Vorkommen“) bezeichnen 2007 entdeckte Erdöl- und Gaslagerstätten. Die Offshore-Felder Tupi, Jupiter, Carioca und Libra liegen rund 350 Kilometer vor Brasiliens Atlantikküste, erstrecken sich in einer Wassertiefe von über 3.000 Meter auf einer Länge von 800 Kilometern und befinden sich bis zu 7.000 Meter tief unter einer zwei bis drei Kilometer dicken Salz- und Gesteinsschicht. Die Reserven werden auf 50 Milliarden Barrel öl geschätzt. Die Plattform P-51 im Tupi-Feld fördert bereits täglich 180.00 Barrel, bis 2017 werden 1,3 Millionen Barrel erwartet. (bb)