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Offizielle Schreibweise für 20 indigene Sprachen erarbeitet

Für 20 der insgesamt 47 in Peru registrierten indigenen Sprachen gibt es eine offizielle Schreibweise. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Servindi. Nach Angaben des Koordinators für die Bildungsentwicklung von Sprachen, Edinson Huamancayo, sei dies das Ergebnis von Bemühungen der Generaldirektion für bilingual-interkulturelleund ländliche Bildung (Digebir), die dem Bildungsministerium angegliedert ist.

Bei den Sprachen, für die bisher Regeln der Verschriftlichung beschlossen worden sind, handelt es sich um Quechua und Aymara (1985), Harakbut und Ese Eja (2006), Shipibo-Konibo (2007), Yine und Ashaninka (2008), Kakataibo, Matsigenka, Kandozi-Chapra und Awajún (2009), Jaqaru und Shawi (2010), Nomatsigenga und Yanesha (2011), Cashinahua (2012). In diesem Jahr kamen Wampis, Secoya, Murui-Muinan und Sharanahua hinzu.

Handbücher für bilingualen Lehrer

Ziel des Findens einer Schreibweise für indigene Sprachen ist die Produktion von Texten und Bildungsmaterialien, um indigenen Kindern ihr Recht auf Bildung in ihrer Sprache gewährleisten zu können. Nach Festlegung der Schreibweise sollen lokale Arbeitsgruppen aus bilingualen Lehrern und spirituellen Führern gebildet werden, um Materialien zu erarbeiten, so Edinson Huamancayo.

Zur Stärkung der Arbeit von bilingualen Lehrern, hat das Bildungsministerium für bisher 13 der 20 alphabetisierten Sprachen eine Alphabetshandbücher herausgegeben, zum Teil gibt es auch Anleitungen zur Grammatik.

Bisher mehr als 18.000 bilinguale Schulen

Digebir habe im vergangenen Jahr Dorfvorsteher, spirituelle Führer und Lehrer der indigenen Völker Cashinahua, Wampis, Sharanahua, Secoya und Murui-Muinan aufgerufen, die Vorschläge zur Verschriftlichung ihrer Sprache zu beschließen. Mit allen Völkern seien zahlreiche Workshops abgehalten worden, um Linguistik zu erforschen und zu diskutieren.

In diesem Jahr soll weiter an der Verschriftlichung der Sprachen Achuar, Madija, Matses, Caquinte und Tikuna gearbeitet werden. Nach Angaben der Leiterin des Bereichs ländliche Bildung, Rosa María Mujica, gibt es in ganz Peru bisher 18.217 bilinguale Schulen. (bh)