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Offener Brief zum Drogenkrieg in Mexiko

Ein breites Bündnis politischer Organisationen in den USA hat in einem offenen Brief seine Unterstützung für die Protesttage in Mexiko zum Ausdruck gebracht, die ein Ende des Drogenkriegs forderten. Dieser Krieg sei gescheitert, denn er habe er weder dem Drogenmissbrauch Einhalt geboten noch verhindert, dass Drogen in die USA gelangen. Zudem habe er zu einem hohen Maß an Gewalt, Verbrechen, Korruption und Menschenrechtsverletzungen geführt. In den vergangenen vier Jahren seien in Mexiko als Folge der verfehlten Politik rund 40.000 Menschen ums Leben gekommen. Viele der Opfer seien unschuldig und hätten mit dem Drogenhandel nichts zu tun gehabt, heißt es in dem Schreiben.

Mexikanisches Rechtssystem reformieren

Die Unterzeichner forderten gemeinsam mit der Bewegung gegen den Drogenkrieg in Mexiko eine neue Strategie. Diese müsse unter anderem über Reformen eine Stärkung des Rechtssystems beinhalten und die Polizeifunktionen des Militärs beschneiden. Diejenigen, die sich Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht hätten, müssten vor vor zivile, nicht vor Militärgerichte gestellt werden. Aber auch die USA müssten ihren Teil dazu beitragen, die Macht der Drogenbanden deutlich zu mindern, eine Macht, die sie aus dem Verbot von Drogen zogen. Gesetze müssten verhindern, dass Waffen aus den USA in die Hände des organisierten Verbrechens gelangten.

Marihuana wie Alkohol behandeln

Der US-Haushalt müsse Programmen Vorrang einräumen, die die Nachfrage nach Drogen drosselten. Militärhilfe müsse dagegen deutlich zurückgefahren werden. Auf jeden Fall müsse man die Menschenrechte achten. Marihuana, verschiedenen Berichten zufolge Haupteinnahmequelle der mexikanischen Drogenkartelle, solle entkriminalisiert und ähnlich dem Alkohol mit einer Steuer belegt werden. Das Verbieten von Drogen sei gescheitert, nun müssten die Konsequenzen gezogen und neue Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. (bs)

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