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Oberstes Gericht: Umstrittenes Land gehört Indigenen

Brasiliens Oberstes Gericht hat dem Stamm der Pataxos Ha Ha Hae das seit Jahren umstrittene Gebiet im Süden des Bundesstaates Bahia zugesprochen. Mit sieben zu eins Stimmen entschieden die Richter am Mittwochabend (Ortszeit) für die Anerkennung der bereits 1982 von der staatlichen Indiobehörde FUNAI ausgestellten Urkunden.

In den vergangenen Wochen war es zu einem offenen Konflikt zwischen weißen Landwirten und den Indigenen gekommen; diese hielten zeitweise mehr als 60 Farmen besetzt. Vor einigen Tagen schickte die Regierung in Brasilia Soldaten einer Nationalen Eingreiftruppe in die Region, um eine Eskalation zu unterbinden. Zuletzt war ein Landarbeiter bei einer Auseinandersetzung erschossen; ein Indio wurde schwer verletzt.

In den Landbesitztiteln von 1982 wird allen Nicht-Indigenen das Aufenthaltsrecht in dem Gebiet versagt. Die Verfügung gründet sich auf Aufzeichnungen von Kartographen des brasilianischen Militärs, die in den 1930er Jahren das Gebiet als Indioland eingezeichnet hatten. Später wurde es von weißen Farmern besetzt, die es mit Waffengewalt gegen die Indios verteidigten. Auf dem mehr als 54.000 Hektar großen Gebiet gibt es derzeit 396 Farmen.

Bereits 2008 hatte das Oberste Gericht über den Fall beraten, ihn dann jedoch ruhen lassen. Nachdem es in den vergangenen Wochen zu immer gewalttätigeren Auseinandersetzungen zwischen den Pataxos und den teils stark bewaffneten Farmern kam, drängte die Indiobehörde das Gericht zu einem Urteilsspruch.

Quelle: KNA