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Oberstes Gericht stellt homosexuelle Paare rechtlich gleich

Brasiliens Oberstes Gericht hat am Donnerstagabend (Ortszeit) einstimmig für die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare gestimmt. Wie heterosexuelle Paare haben diese nun ein Recht auf Adoption von Kindern, Erbschaften sowie gleiche Unterhalts- und Versorgungsansprüche, berichten brasilianische Medien. Allerdings bleibt die sogenannte Homo-Ehe im größten katholisch geprägten Land der Welt weiter untersagt.

Alle zehn Richter des Höchstgerichts stimmten für die Ausweitung der im Bürgerlichen Gesetzbuch verankerten "stabilen familiären Partnerschaft" auf gleichgeschlechtliche Paare. Als solche Partnerschaften werden eheähnliche Beziehungen ohne Trauschein angesehen. Gleichgeschlechtliche Partner übernehmen neben den ihnen nun zugesprochenen Rechten auch Pflichten wie eine gemeinsame Steuererklärung.

Die Entscheidung der Richter stieß auf Kritik von Seiten der katholischen Kirche und von Juristen. Der Erzbischof von Rio de Janeiro, Orani Joao Tempesta, erklärte der Presse, es sei nicht zulässig, eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft mit einer traditionellen, aus einer Frau und einem Mann bestehenden gleichzusetzen. Nur eine solche sei "von der Natur vorgesehen". Juristen forderten unterdessen, eine derartige Entscheidung müsse vom Gesetzgeber und nicht vom Obersten Gericht entschieden werden.

Quelle: kna