Chile |

Oberster Gerichtshof schließt die Allende-Akte

Der Oberste Gerichtshof Chiles hat den Fall um den ehemaligen Präsidenten Salvador Allende am Dienstag, 7. Januar 2014, endgültig geschlossen. Die juristische Instanz wies zwei Anträge auf die Wiederaufnahme der Untersuchung ab. Das Gericht berief sich dabei auf eine umfassende Investigation der Todesumstände Allendes, die zu dem Schluss kam, dass der Politiker sich am 11. September 1973 das Leben nahm. Experten hatten die sterblichen Überreste Allendes im Mai 2011 exhumiert, um jahrelangen Spekulationen, dass dieser sich nicht selbst erschoss, sondern ermordet wurde, auf den Grund zu gehen.

Trotz der umfassenden Untersuchung durch forensische Experten gibt es bis heute viele Anhänger Allendes, die die Theorie vom Selbstmord nicht glauben. Seine Familie hingegen war immer davon überzeugt, dass der damalige Präsident sich das Leben nahm, bevor ihn die Militärs festnehmen konnten. „Die Ergebnisse der Untersuchung sind konform mit dem, was wir sowieso schon immer geglaubt haben. Als er mit extremen Umständen konfrontiert wurde, entschied er sich, sich das Leben zu nehmen anstatt gedemütigt zu werden“, sagte die Senatorin Isabel Allende im Anschluss an die Entscheidung. Salvador Allende wurde im Juli 2011 ein zweites Mal im Kreise der engsten Familie beigesetzt.

Der Oberste Gerichtshof wies in seinem jüngsten Urteil darauf hin, dass es in der Untersuchung von 2011 keinerlei Unregelmäßigkeiten gebe und somit kein Anlass bestünde, den Fall erneut aufzurollen. (aj)