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Obdachlosen-WM startet in Rio

Der Weltcup für obdachlose Straßenfußballer geht am Sonntag auch mit zwölf Frauenmannschaften an den Start. In Rio de Janeiro kicken bis 26. September unter anderen Fußballerinnen aus Indien, Norwegen, Uganda und Haiti um den Weltpokal, teilten die Veranstalter am Mittwoch in Edinburgh mit. Das Turnier findet zum achten Mal statt. Sambia gewann den Frauen-Wettkampf 2008 in Melbourne und tritt in Rio als Titelverteidiger an.

Organisator Mel Young erklärte, es sei wichtig, dass die positiven Effekte des Fußballs allen zugänglich seien. Obdachlosigkeit sei kein Männerphänomen, sondern betreffe Frauen genauso. Gerade Frauen seien auf der Straße in besonderer Weise "abscheulichen Misshandlungen" ausgesetzt, so Young.
Der "Homeless World Cup" ist ein jährlich stattfindendes Fußballturnier, zu dem auch 64 nationale Fußballprojekte mit einer Beteiligung von insgesamt mehr als 30.000 Obdachlosen gehören. 2011 soll die WM in Paris stattfinden. Neben namhaften Weltkonzernen wird das Projekt auch von der UEFA unterstützt.

Im August machte der bis vor kurzem obdachlose Portugiese Bebe (Tiago Manuel Dias Correia) international Schlagzeilen. Nach der Homeless-WM 2009 erhielt er zunächst einen Vertrag beim portugiesischen Club Vitoria Guimaraes und wechselte zur neuen Saison für neun Millionen Euro zum englischen Champions-League-Club Manchester United.

Auch allgemein führt nach Angaben der Veranstalter eine WM- Teilnahme für Obdachlose in den meisten Fällen zu einer deutlichen Verbesserung ihrer Lebenssituation. Diese Einschätzung stützt sich auf eine Untersuchung nach der Obdachlosen-WM in Kopenhagen 2007. Demnach fanden 29 Prozent der Teilnehmer anschließend einen Arbeitsplatz; 83 Prozent dehnten ihre sozialen Verbindungen aus. 71 Prozent gaben an, dass sich ihr Leben nach dem Turnier stark verändert habe.

Quelle: kna