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Norwegen kürzt Zahlungen an Brasilien wegen Abholzung

Die zuletzt stark voranschreitende Abholzung am Amazonas wird finanzielle Konsequenzen für die brasilianische Regierung haben. So wird die norwegische Regierung nach Angaben brasilianischer Medien vom Donnerstag, 22. Juni 2017 (Ortszeit), ihre Zahlungen für den Amazonas-Schutz-Fonds dieses Jahr um mindestens 45 Millionen Euro kürzen. Dies sei am Rande des Staatsbesuchs von Präsident Michel Temer in Oslo bekanntgegeben worden.

Die von Norwegen zugesagten Hilfsgelder sind an den Erfolg beim Kampf gegen die Abholzung gebunden. Seit 2009 hat Norwegen bereits rund 750 Millionen Euro in den "Amazon Fund" eingezahlt. Die brasilianische Staatsbank BNDES verwaltet den Fonds und vergibt Gelder an Projekte zum Schutz des Regenwaldes. Vergangenes Jahr überwiesen die Norweger rund 90 Millionen Euro.

Kürzung um 50 Prozent

Nachdem die Abholzung von 28.000 Quadratkilometer im Jahr 2004 auf 5.000 Quadratkilometer in 2014 reduziert werden konnte, stieg sie zuletzt wieder an. Bei der letzten Datenerhebung im Zeitraum von August 2015 bis Juli 2016 wurde eine Zunahme von 29 Prozent auf nun 8.000 Quadratkilometer festgestellt. Damit droht Brasilien eine Kürzung der Hilfsgelder um 50 Prozent.

Brasiliens Umweltminister Sarney Filho machte die Vorgängerregierung unter der im Mai 2016 abgesetzten Präsidentin Dilma Rousseff für den Anstieg der Abholzung verantwortlich. In den letzten drei Jahren ihrer Amtszeit habe Rousseff den Kontrollbehörden nicht die nötigen Gelder zur Verfügung gestellt, so Filho in Oslo.

Kritik an Temers Politik

Umweltschützer in Brasilien und dem Ausland bezichtigen gleichzeitig die Regierung des neuen Präsidenten Temer, seine Politik an den Wünschen der Agrar-Industrie auszurichten. Norwegische Umweltschützer forderten deshalb Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg auf, bei ihren Gesprächen mit Temer auf eine Einhaltung der Umweltschutzziele zu drängen.

Quelle: KNA.

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