Haiti |

Noch immer 700.000 Menschen obdachlos

Mehr als sieben Monate nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti leben immer noch 700.000 Menschen auf der Straße. Wie Ministerpräsident Jean Max Bellerive am Donnerstag (Ortszeit) bei einem Besuch in der benachbarten Dominikanischen Republik bestätigte, sei es bislang lediglich gelungen, 300.000 Menschen ein Dach über dem Kopf zu ermöglichen. Bereits das sei ´"eine enorme Anstrengung" gewesen.

Die Versorgung der Obdachlosen verschlinge weiter erhebliche finanzielle Mittel für Wasser, Nahrung und Medikamente, so der Regierungschef. Zugleich berichtete er über eine zunehmende Ungeduld bei den Menschen. "Sie haben den Eindruck, dass es nicht vorwärts gehe." Bellerive warb für Verständnis, dass der Aufbau eines komplett zerstörten Staates sehr viel Zeit koste. Die Regierung könne "nicht in kurzer Zeit all das wiedergutmachen, was in den vergangenen 30 Jahren versäumt" worden sei.

In den vergangenen Wochen hatten zahlreiche Hilfsorganisationen sowie die katholische Kirche schleppende Fortschritte und bürokratischen Hindernisse beim Wiederaufbau des Landes beklagt. Bei dem schweren Erdbeben am 12. Januar waren mehr als 250.000 Menschen ums Leben gekommen. Weit über eine Million Menschen wurden obdachlos.

Quelle: kna