Mexiko |

Nobelpreisträgerinnen fordern Aufklärung des Mordes an Marisela Ortiz

Sechs prominente Nobelpreisträgerinnen haben den Mord an der Menschenrechtsaktivistin und Frauenrechtlerin Marisela Ortiz in Mexiko von vor einem Monat scharf verurteilt und die mexikanische Regierung aufgefordert, für Gerechtigkeit in diesem Fall zu sorgen. In einem Schreiben an das Kabinett von Staatspräsident Felipe Calderon brachten Jody Williams (USA), Rigoberta Menchú (Guatemala), Betty Williams, Mairead Corrigan-Maguire (beide Irland) sowie Shirin Ebadi (Iran) und Wangari Maathai (Kenia) ihre Besorgnis über die zunehmende Gewalt gegen Frauen in Mexiko zum Ausdruck. Insbesondere der Mord an der Menschenrechtsaktivistin Marisela Ortiz sei ein besorgniserregendes Zeichen. Ortiz hatte sich unter anderem für die Umsetzung eines Gerichtsurteils für den Mord an ihrer Tochter Rubí Frayre Escobedo eingesetzt. Der Täter ist zwar verurteilt, befindet sich aber noch auf freiem Fuß.
María de la Luz Estrada, Direktorin der Frauen-Rechtsorganisation OCNF erklärte in einem Interview, es gebe in Mexiko eine wachsende Besorgnis, dass Gewalt und Aggression gegen Frauen auch weiterhin geschützt werde und straflos bleibe.

Proteste auch in Honduras

Bereits am Tag zuvor hatten in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa zahlreiche Demonstrantinnen die Aufklärung der Mordes an Marisela Ortiz und Susana Chávez gefordert. Sie übergaben dem mexikanischen Botschafter Ricardo Tarciso Navarrete ein Schreiben an den mexikanischen Staatspräsidenten: "Wir fordern von Ihnen Herr Präsident Calderon, dass die die Gewaltverbrechen gegen die Frauenrechtlerinnen Susana Chávez, Marisela Ortiz und ihrer Tochter Rubí Frayre Escobedo untersuchen und aufklären."
Die 36-jährige Künstlerin und Aktivistin Susana Chávez, die sich in der mexikanischen Grenzstadt Juarez für die Verhinderung weiterer Morde an Frauen eingesetzt hatte, war vor wenigen Tagen selbst einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Ihr Engagement galt unter anderem auch dem Schutz von Migrantinnen aus Mittelamerika.

Auch Bischof Vera fordert Gerechtigkeit

Unterdessen hat auch der mexikanische Bischof Raúl Vera Gerechtigkeit eingefordert. Der Tageszeitung "EL Diario Estado" sagte der für seinen Einsatz im Kampf für die Menschenrechte in Mexiko populäre Oberhirte von Saltillo: „Marisela hat wie alle Menschen, die dem Wege von Jesus Christus folgen, nie nachgelassen sich für die Gerechtigkeit einzusetzen. Der Rechtsstaat muss sich durchsetzen." (TK)
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