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Nobelpreisträger fordert mehr Verständnis für Ureinwohner

Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel fordert von der chilenischen Politik mehr Verständnis für die Ureinwohner. Er forderte den chilenischen Präsidenten Sebastian Pinera auf, den Fall der beiden inhaftierten hungerstreikenden Mapuche-Indigenas Hector Llaitul und Ramon Llanquileo zu überprüfen. In einem am 7. Januar veröffentlichten offenen Brief warb der argentinische Schriftsteller um Verständnis für die Position der Mapuche: "Alles was sie wünschen ist, dass sie auf ihrem angestammten Land in Würde leben wollen und ihre durch die Verfassung anerkannten Menschenrechte verteidigen."

Zuvor hatte bereits der Erzbischof von Santiago, Ricardo Ezzati, die chilenische Regierung zu mehr Offenheit und Verständis gegenüber den Ureinwohnern aufgefordert. In einem Interview mit dem TV-Sender CNN Chile sagte Ezzati, die Chilenen müssten verstehen, dass die grundsätzliche Absicht des Volkes der Mapuche ehrlich und anständig sei. Es müsse alles dafür getan werden, ein Klima des Vertrauens zu schaffen, das eine friedliche Lösung des Konfliktes möglich mache.

In den vergangenen Tagen war es nach einem Mord an einem älteren Ehepaar Schweizer Herkunft in der Unruheprovinz La Araucania zu neuen gewalttätigen Zusammenstößen gekommen. Ursache der jüngsten Unruhen ist ein seit dem 14. November andauernder Hungerstreik der Mapuche-Häftlinge Llaitul und Llanquileo, die eine Revision ihrer Verurteilung wegen versuchten Mordes an einem Militärpolizisten sowie wegen illegalen Waffenbesitzes durchsetzen wollen.

Die größte indigene Gruppe Chiles kämpft seit Jahren für ihre Rechte und die Aufrechterhaltung ihrer Traditionen. Einzelne Mapuche greifen dabei auch zu Gewalt. Die chilenische Regierung verurteilte den tödlichen Brandanschlag auf das Ehepaar als einen "terroristischen Akt". Innenminister Andres Chadwick schloss am 6. Januar nicht aus, dass der Ausnahmezustand in der Region ausgerufen werden könnte.

Quelle: KNA