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Nobelpreisträger fordert Legalisierung von Drogen

Nicht repressive Politik, sondern mehr Demokratie ist nach Ansicht des peruanischen Literatur-Nobelpreisträgers Mario Vargas Llosa der Schüssel aus der Gewaltspirale in Lateinamerikas Drogenkriegen.

"Die repressive Politik wird den Drogenhandel nicht beenden können", sagte Vargas Llosa bei einem Besuch in Mexiko. Zugleich entwarf der prominente Autor ein düsteres Szenario für die Zukunft seines Heimatkontinents, wenn sich die Politik nicht endlich dazu durchringen kann, Drogen zu legalisieren.

Der Drogenkrieg in Mexiko mit über 30.000 Toten in den vergangenen vier Jahren sei dabei nur ein Vorbote dessen was die Region erwartet: "Das ist nur der Anfang von dem, was die lateinamerikanischen Länder über kurz oder lang erleben werden." Derzeit erlebe Lateinamerika wie der Drogenhandel jegliche Ordnung zerstöre. Hielten die Regierungen Lateinamerikas an ihrer bisherigen Politik fest, werde es in Zukunft noch viel mehr Gewalt geben.

Demokratie ist die Lösung

Mexiko führe zwar einen heroischen, tapferen und verlustreichen Kampf gegen die Drogenmafia, aber das sei nicht der Schlüssel zum Erfolg. "Der Drogenhandel kann nur mit der Demokratie beendet werden." Der vom ehemaligen brasilianischen Präsidenten Fernando Henrique Cardoso vorgeschlagene Weg von Verhandlungen zwischen den Konsumenten- und Produzenten-Ländern sei ein Schritt in die richtige Richtung. Zudem sei eine Entkriminalisierung des Drogenhandels zwingend notwendig, um vor allem die Beschaffungskriminalität einzudämmen: "Die Legalisierung der Drogen ist der einzige Weg die Kriminalität, die in direktem Zusammengang mit der Drogensucht stehe, zu beenden."

Zugleich kritisierte Vargas Llosa offizielle Angaben des US-amerikanischen Drogenberichts, den die Anti-Drogen-Behörde DEA jährlich an den Kongress schicke. Sein Heimatland Peru sei der größte Kokain-Produzent der Welt, die USA aber führten Peru nur auf Platz zwei der Produzentenliste hinter Kolumbien.

Militär oder Legalisierung

In der jüngeren Vergangenheit hatten sich zahlreiche lateinamerikanische Politiker, unter ihnen der ehemalige mexikanische Staatspräsident Vicente Fox, für eine Legalisierung von Drogen ausgesprochen, um der Drogenmafia den finanziellen Gewinn zu entziehen. Mexikos amtierender Präsident Felipe Calderon hat sich dagegen für eine Politik der militärischen Stärke gegen die Drogenkartelle ausgesprochen.

Im Rahmen seines Mexiko-Besuches kam es zu einem Zusammentreffen zwischen Vargas Llosa und Calderon. Der Literaturnobelpreisträger erhielt aus der Hand Calderons die höchste an Ausländer zu vergebende Auszeichnung. Der Präsident verlieh dem Peruaner den Orden des Aztekischen Adlers und würdigte seinen Einsatz für Freiheit und Demokratie.

Autor: Tobias Käufer