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Niwano-Friedens-Preis für indigene Menschenrechtlerin

Rosalina Tuyuc Velasquez (55), Menschenrechtlerin aus Guatemala, erhält den diesjährigen internationalen Niwano-Friedenspreis . Velasquez leiste mit ihrem Eintreten für die Rechte der indigenen Bevölkerung, insbesondere der Frauen, einen Beitrag für eine gerechtere Zukunft und eine neue Kultur des Friedens, erklärte in die gleichnamige japanische Stiftung am Donnerstag in Rom. Die Preisverleihung findet am 10. Mai in Tokio statt.

Velasquez gründete 1988 die Menschenrechtsorganisation «Nationale Koordination der Witwen Guatemalas» (CONAVIGUA). Die Preisträgerin tritt nachdrücklich für eine Aufarbeitung der Verbrechen während des Bürgerkriegs in Guatemala (1960-1996) ein. Mit der zur ethnischen Gruppe der Maya-Kaqchikel gehörenden Velasquez werde erstmals die Anhängerin einer indigenen religiösen Tradition mit dem Preis ausgezeichnet, so der Vertreter der Niwano Peace Foundation in Europa, Hiroshi Miyahira.

Der seit 1983 verliehene Niwano-Friedenspreis ist mit umgerechnet gut 180.000 Euro dotiert und wird jährlich vergeben. Die Jury besteht aus Vertretern verschiedener Religionen. Zu den Preisträgern zählen unter anderen die katholische Gemeinschaft Sant´Egidio, der Islamische Weltkongress, die brasilianischen Befreiungstheologen Dom Helder Camara und Kardinal Paulo Evaristo Arns und der Schweizer Theologe Hans Küng.

Namensgeber der in Tokio ansässigen Niwano-Friedensstiftung ist der Japaner Nikkyo Niwano, der die buddhistische Laienbewegung Rissho Kosei-Kai gründete. Er gehörte zu den nichtchristlichen Beobachtern des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965).

Quelle: KNA