Chile |

NGO warnt vor Neonazi-Gewalt

In Chile sorgt ein vom Menschenrechtsbündnis »»Bewegung zur Integration und Befreiung Homosexueller« (MOVILH) online veröffentlichtes Video- und Fotomaterial für Aufregung. Eine 67-Sekunden-Aufnahme zeigt in ländlicher Gegend mehrere Männer in Militäruniformen bei der Abhaltung eines paramilitärischen Geländetrainings. Bei den gezeigten Personen handelt es sich Medienberichten zufolge um Mitglieder der Neonazigruppe »Nationale Ordnungsfront« (FON). Die radikalen Nationalisten machen seit 2011 verstärkt Stimmung gegen Fremde, Andersdenkende, Homosexuelle und Menschen jüdischen Glaubens.

Die Aufnahme und Fotos waren MOVILH anonym zugespielt worden. Vergangene Woche habe man das Material als Beleg für die Existenz gewaltbereiter Neonazi-Gruppen in Chile darum an den Inlandgeheimdienst ANI weitergeleitet, so eine Erklärung auf der MOVILH-Webseite. Beunruhigend seien das martialische Auftreten der Männer und Parolen wie »Brecht ihnen die Arme, damit sie euch nicht packen können!« und »Reißt ihnen die Augen aus, damit sie euch nicht sehen können!«.

Vor allem Homosexuelle sind in Chile immer wieder Opfer gewalttätiger Übergriffe. Aber auch Chilenen jüdischen Glaubens geraten ins Visier rechter Gruppen. So zeigen die veröffentlichten Fotos die Schändung eines jüdischen Friedhofes, Hitlergrüße und Uniformierte in NS-Uniformen mit schwarz-roter Hakenkreuzarmbinde. Geheimdienst-Chef Gonzalo Yuseff Quiros kündigte derweil eine »sofortige und tiefgehende Untersuchung an. Es gelte jeden »Angriff auf die Würde von Personen« zu verhindern. (bb)