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Neun Tote bei Schießerei in Rio

Bei einer Schießerei zwischen Mitgliedern einer Drogenbande und der Polizei sind in der Favela da Mare in Rio de Janeiro neun Menschen ums Leben gekommen. Die Auseinandersetzung fand im Anschluss an eine der derzeitigen Massendemonstrationen in der Millionenmetropole statt, als mehrere Bandenmitglieder zahlreiche Geschäfte und Demonstranten ausraubten. Als die Polizei versuchte, die Situation unter Kontrolle zu bringen, flohen die Täter in die Favela da Mare, wo es anschließend zu der Schießerei kam. Eines der Todesopfer ist ein Polizist. Außerdem wurde ein Mann auf dem Heimweg erschossen und ein weiterer Zivilist erlag am Morgen des 25. Juni im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die weiteren Opfer identifizierte die Polizei als Bandenmitglieder.

Im Anschluss an die Vorfälle der Nacht wurden mehrere hundert Polizisten entsendet, um die Gegend zu sichern. Um keine weiteren Opfer zu riskieren, blieben die Schulen und die Geschäfte in dem Favela-Viertel, in dem ca. 130.000 Menschen leben, den ganzen Dienstag, 25. Juni, geschlossen. Da Mare ist bei den Behörden Rio de Janeiros als eine der Favelas bekannt, die von Drogenbanden kontrolliert wird und somit auf dem Befriedungsprogramm der Regierung steht. Seit 2008 versucht die Polizei mehr und mehr der Armenviertel unter ihre Kontrolle zu bringen. Bis zum Beginn der Fußball- Weltmeisterschaft 2014 sollen insgesamt 12.500 Polizisten in den entsprechenden Favelas für Sicherheit sorgen. Kritikern zufolge wird die Strategie der Regierung allerdings lediglich dazu führen, dass die Gangs sich andere Umschlagplätze suchen und das Verbrechen somit nicht besiegt, sondern nur verdrängt wird. (aj)