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Neues Verfahren gegen "Universalkirche"

Gegen die brasilianische "Universalkirche vom Reich Gottes" (Igreja Universal do Reino de Deus) ist ein neues Verfahren wegen Geldwäsche eröffnet worden. Wie brasilianische Medien am Dienstag berichteten, müssen sich vier Führer der evangelikalen Sekte, darunter deren Gründer Edir Macedo, wegen Veruntreuung, Geldwäsche und Steuerhinterziehung verantworten. Nachdem die Staatsanwaltschaft des Bundeslandes Sao Paulo im vergangenen Jahr mit einem Verfahren gescheitert war, habe die Bundesstaatsanwaltschaft den Fall nun aufgegriffen.

Bei dem Verfahren geht es um illegalen Devisentransfer von Brasilien in die USA. Da die Gelder aus Zahlungen von Gläubigen, dem sogenannten "Kirchenzehnten", und Spenden stammen und steuerfrei sind, dürfen sie nicht ins Ausland transferiert werden. Zudem muss das Geld laut Gesetz direkt in Brasilien in kircheneigene Aktionen investiert werden. "Universal" soll das Geld jedoch für unternehmerische Tätigkeiten missbraucht haben.

Bereits 2010 hatte die Staatsanwaltschaft des Bundeslandes Sao Paulo wegen illegaler Geldverschiebungen Anklage gegen Macedo und die "Universal" erhoben. Das Verfahren war jedoch gestoppt worden, da bei internationalen Devisenverstößen die Bundes- und nicht die Landesstaatsanwaltschaft zuständig ist. Das neue, nun eingeleitete Verfahren, zielt auch auf die Aberkennung der Steuerbefreiung für die "Universal". In einer ersten Stellungnahme erklärte die Kirche, dass es sich bei dem neuerlichen Verfahren um "die selben, stets wiederkehrenden Anschuldigen handelt, die sich danach stets als unhaltbar herausstellen".

Die 1977 gegründete "Universalkirche" gehört zu Brasiliens größten evangelikalen Sekten. Sie verfügt über Tausende von Tempeln sowie Millionen von Mitgliedern. Auch im Ausland ist die Sekte in mindestens 70 Staaten aktiv. Nach eigenen Angaben gibt es "Universal"-Vertretungen in 170 Ländern.

Quelle: kna