Guatemala |

Neues "€žMinisterium für Sozialentwicklung"

Das guatemaltekische Parlament hat gestern die Schaffung eines „Ministeriums für Sozialentwicklung“ beschlossen. Da das Gesetz als Maßnahme von „nationaler Dringlichkeit“ eingebracht worden sei, konnte bereits nach einer einzigen Lesung darüber abgestimmt werden, so Parlamentspräsident Rudy Rivera gegenüber Pressevertretern.

Das neue Ministerium soll die Armut im Land bekämpfen, von der mehr als die Hälfte der insgesamt 14,3 Mio. Einwohner betroffen ist, heißt es in lokalen Presseberichten. Besonders gravierend ist die Situation der Landbevölkerung.

Nach Angaben von Präsident Otto Pérez Molina, werde das Ministerium in etwa zwei Monaten mit einem Budget von umgerechnet rund 174 Mio. Euro seine Arbeit aufnehmen. Molina hatte die Schaffung eines solchen Ministeriums am 14. Januar bei seinem Amtsantritt angekündigt, berichtet die Nachrichtenagentur TeleSur.

Bessere Umsetzung von Sozialprogrammen

Die Behörde soll unter anderem die bereits unter der Vorgängerregierung von Álvaro Colom begonnenen Sozialprogramme steuern und fortführen, so die guatemaltekische Tageszeitung "Prensa Libre". Das Gesetz zur Bildung dieses 14. Ministeriums sieht auch die Schaffung eines Informationssystems vor, das Armut besser erfassen und die Vergabe der Mittel transparenter gestalten soll.

Molina hatte sich während des Wahlkampfes die Reduzierung der Armut auf die Fahnen geschrieben und als oberstes Ziel die Bekämpfung der Unterernährung von Kindern unter fünf Jahren benannt. Gegenwärtig sterben täglich 50 Kleinkinder an Hunger.

Laut einem im vergangenen November veröffentlichten Bericht der guatemaltekischen Behörden lebten im Jahr 2011 rund 53 Prozent der Bevölkerung in Armut. Im südwestlich gelegenen Department Sololá sind sogar über 90 Prozent der Einwohner von Armut betroffen. (bh)