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Neues Gesetz verschafft Hausangestellten gleiche Rechte wie Arbeitern

Der brasilianische Senat hat am 26. März ein Gesetz verabschiedet, das Hausangestellten dieselben Rechte einräumt wie anderen Angestellten und Arbeitern. Die knapp sieben Millionenen beschäftigten Haushälterinnen und Köchinnen - nahezu alle von ihnen sind Frauen - bekommen in Zukunft Überstunden bezahlt, wenn sie mehr als acht Stunden am Tag oder 44 Stunden die Woche arbeiten. Mit dem jüngsten Gesetz ist ein Prozess abgeschlossen, in dem die Rechte von Hausangestellten nach und nach angepasst wurden. Dazu gehört auch der Urlaubsanspruch, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Mutterschutz.

Die Vorsitzende der Gewerkschaft für Hausangestellte in Sao Paulo, Eliana Menezes, bezeichnete das Gesetz als einen historischen Schritt. „ Es ist wie die zweite Abschaffung der Sklavenarbeit. Wir haben Hausmädchen, die bis zu 18 Stunden am Tag arbeiten und ihren Vorgesetzten komplett ausgeliefert sind“, erläuterte Menezes in einem Interview mit der Zeitung Folha de Sao Paulo.

Weniger Hausangestellte und mehr Arbeitslosigkeit?

In der brasilianischen Mittelschicht ist es bisher keine Seltenheit ein Hausmädchen und eine Köchin einzustellen. Einige Experten merken in diesem Zusammenhang an, dass das neue Gesetz dazu führen könnte, dass viele Hausangestellte entlassen werden und dementsprechend die Arbeitslosigkeit in dem Sektor steigen könnte, da die Kosten eines Hausmädchens um bis zu 20 Prozent steigen werden. In vielen sozialen Netzwerken hingegen wurde die Entscheidung begrüßt. Zahlreiche Brasilianer empfinden es demnach als gerecht, dass auch die Mittelschicht des größten südamerikanischen Landes lernen muss, ohne Hauspersonal auszukommen. Das Gesetz tritt am 2. April in Kraft. (aj)