Brasilien |

Neues Gesetz soll Gewalt gegen Frauen eindämmen

Um Gewalt gegen Frauen, vor allem in der Ehe, einzudämmen, verabschiedete der brasilianische Senat diese Woche einen neuen Gesetzesentwurf. Dieser berechtigt auch Zeugen von verübter Gewalt, Anzeige gegen den Täter zu erstatten. Bisher konnte ein Täter nur dann verurteilt werden, wenn das Opfer selbst zur Polizei ging. „Die meisten der Frauen haben Angst, Anzeige zu erstatten. Der neue Gesetzesentwurf wird den Druck senken, der auf den Frauen lastet, wenn sie möchten, dass Anzeige erstattet wird oder einen Prozess anstreben“, erläutert Aparecida Gonçalves vom nationalen Sekretariat für Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen.

Das Aussetzen von Prozessen verhindern

Der Gesetzesenwturf sieht außerderdem vor, dass Prozesse nicht wie bisher wegen mangelndem Verletzungspotential ausgesetzt werden können, wenn es um die Verfolgung von Gewalt gegen Frauen geht. Des Weiteren sollen diese Fälle prioritär behandelt werden. Unterstützung erhält der Entwurf von der Senatorin Marta Suplicy: „Es war Zeit, diesen Schutz für Frauen zu etablieren. Wir hoffen, dass das Gesetz dazu beiträgt, dass Frauen immer weniger geschlagen werden und Richter die Fälle nicht so auslegen können, dass eine Tracht Prügel von Zeit zu Zeit nicht schadet“, so Suplicy in einem Interview mit der Tageszeitung Folha de São Paulo.

Im nächsten Schritt muss das Parlament den Entwurf absegnen, bevor er der Präsidentin Dilma Roussef vorgelegt werden kann. Aparecida Gonçalves zeigt sich optimistisch und geht davon aus, dass das Gesetz noch bis zum Ende des Jahres verabschiedet wird.

Gewalt gegen Frauen wurde in Brasilien in den vergangen Jahren immer häufiger verübt. Nach Angaben von brasilianischen Frauenorganisationen sind allein zwischen 1997 und 2007 mehr als 40.000 Frauen an den Folgen von Gewalt gestorben. Damit liegt Brasilien weltweit auf Rang 12 im Zusammenhang mit Morden an Frauen. (aj)

Quelle: Adital