Brasilien |

Neues Gesetz bedroht Amazonas-Region

Umweltschützer fürchten angesichts eines neuen Gesetzentwurfes in Brasilien schwerwiegende Folgen für das ökologische Gleichgewicht im Amazonas-Gebiet. Das neue Gesetz sieht unter anderem vor, dass künftig die Definitionen der Maßnahmen für den Schutz des Gebietes, die derzeit in einem Forstgesetz von 1965 geregelt sind, von der regionalen an die Bundesbehörde übertragen werden.

Kritiker werfen den staatlichen Stellen vor, weniger strenge Vorschriften zu erlassen als Behörden vor Ort. Ein weiterer umstrittener Punkt der Reform ist eine Amnestie für Umweltvergehen, die bis zum Jahr 2008 begangen wurden. „Das Problem kann zu einer ernsthaften Belastung des neuen Präsidenten werden“, sagte Fabio Scarano, Direktor der Umweltschutzorganisation Conservation International Brazil mit Blick auf die kommenden Präsidentschaftswahlen in Brasilien. Der amtierende Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kann sich dann nicht erneut zur Wiederwahl stellen.

Aus Sicht des Umweltschutzes ist dieses Gesetz ein Desaster“, so Scarano. Konkret befürchten die Umweltschützer, dass Wasser, das eigentlich innerhalb des ökosystems geschützter Gebiete benötigt wird, künftig für die Bewässerung von Agrarflächen benutzt werden soll. Die Folge könnte ein neues Waldsterben sein. Umweltschutzverbände vermuten hinter der Gesetzesnovellierung einflussreiche Agrar-Konzerne. Ein Sprecher der Agrar-Unternehmer widersprach dieser Darstellung: „Das Gesetz wird den Prozess des Waldsterbens nicht forcieren.“ (tok)

 

Umweltschützer fürchten angesichts eines neuen Gesetzentwurfes in
Brasilien schwerwiegende Folgen für das ökologische Gleichgewicht im
Amazonas-Gebiet. Das neue Gesetz sieht unter anderem vor, dass künftig
die Definitionen der Maßnahmen für den Schutz des Gebietes, die derzeit
in einem Forstgesetz von 1965 geregelt sind, von der regionalen an die
Bundesbehörde übertragen werden.

Kritiker werfen den staatlichen Stellen vor, weniger strenge
Vorschriften zu erlassen als Behörden vor Ort. Ein weiterer
umstrittener Punkt der Reform ist eine Amnestie für Umweltvergehen, die
bis zum Jahr 2008 begangen wurden. „Das Problem kann zu einer
ernsthaften Belastung des neuen Präsidenten werden“, sagte Fabio
Scarano, Direktor der Umweltschutzorganisation Conservation
International Brazil mit Blick auf die kommenden Präsidentschaftswahlen
in Brasilien. Der amtierende Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kann
sich dann nicht erneut zur Wiederwahl stellen.

„Aus Sicht des Umweltschutzes ist dieses Gesetz ein Desaster“, so
Scarano. Konkret befürchten die Umweltschützer, dass Wasser, das
eigentlich innerhalb des ökosystems geschützter Gebiete benötigt wird,
künftig für die Bewässerung von Agrarflächen benutzt werden soll. Die
Folge könnte ein neues Waldsterben sein. Umweltschutzverbände vermuten
hinter der Gesetzesnovellierung einflussreiche Agrar-Konzerne. Ein
Sprecher der Agrar-Unternehmer widersprach dieser Darstellung: „Das
Gesetz wird den Prozess des Waldsterbens nicht forcieren.“ (tok)