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Neuer Flughafen für Machu Picchu ist umstritten

Die Inka-Ruinen in den Anden leiden ohnehin schon unter einem Ansturm von Touristen. Ein zusätzlicher Flughafen sorgt für eine Kontroverse.

Blick auf Machu Picchu, Peru. (Foto: Adveniat/Carolin Kronenburg)

Als Standort wurde die Gemeinde Chinchero gewählt, die rund 30 Kilometer von Cusco entfernt liegt. Von dort wiederum sind es etwa 130 Kilometer nach Machu Picchu, der alten Hauptstadt der Inkas. Der Touristenmagnet wurde 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Die Maschinen für den Bau des neuen Flughafens haben ihre Arbeit bereits aufgenommen.

Eine Gruppe von rund 200 Historikern, Anthropologen und Wissenschaftlern aus Peru und aus dem Ausland bittet Perus Präsident Martín Vizcarra in einem offenen Brief um eine Verlegung des Standortes. Der Flughafen, so ihre Befürchtung, werde irreparable Schäden in der Gegend anrichten. Bedroht seien auch die rituellen Linien, die die Inkas zogen. Zu den weiteren negativen Auswirkungen zählen Lärm, eine Zunahme des Verkehrs und eine unkontrollierte Urbanisierung. Auch seien die Böden nicht für den Bau eines Flughafens geeignet. Die Trinkwasserversorgung von Cusco werde leiden.

Flughafen in fast 4.000 Metern Höhe

Chinchero war ein bedeutendes Inka-Zentrum, hier stand der Palast des Inka-Herrschers Túpac Yupanqui. Touristen, die nach Machu Picchu reisen, kommen über Chinchero. Die Landebahn des Flughafens befände sich in einer Höhe von über 3.700 Metern. Ab 2023 sollen hier jährlich rund sechs Millionen Touristen ankommen, die sich die Inka-Stätten in der Gegend anschauen wollen. Die Regierungen von Kanada, Südkorea, Spanien, Frankreich und der Türkei haben Perus Regierung technische Vorschläge für den Bau des Flughafens unterbreitet.

Perus Regierung spricht von einem wichtigen Entwicklungspol, auch für das gesamte Land. Der Flugplatz in Cusco verfügt nur über eine Bahn, und große Flugzeuge können hier nicht landen. Zu den Befürwortern des neuen Flughafens zählt eine indigene Geneinde, die der britischen Zeitung "The Guardian" zufolge fast ihr gesamtes Land an den peruanischen Staat verkauft habe, für umgerechnet rund 35 Millionen Dollar. Die peruanische Historikerin Natalia Majluf dagegen spricht von dem Flughafen als einem Anschlag auf das kulturelle Erbe Perus.

Seilbahn nach Machu Picchu im Gespräch 
 
Die Besucherzahl für Machu Picchu ist derzeit auf 5 600 Personen pro Tag begrenzt. Zusätzlich wurden vor einigen Tagen weitere Einschränkungen bekannt gegeben. Probeweise dürfen drei Bereiche vom 15. bis zum 28. Mai nur für jeweils drei Stunden besucht werden. Die Behörden wollen die empfindlichen archäologischen Stätten besser schützen. Im Schnitt kommen jeden Tag etwa 4.000 Touristen nach Machu Picchu. Perus Tourismus-Ministerium hat Studien in Auftrag gegeben, die alternative Zugangsmöglichkeiten prüfen, wie eine Seilbahn und ein System aus Tunneln und Aufzügen.

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