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Neuer CELAM-Präsident kommt aus Mexiko

Carlos Aguiar Retes (61), Erzbischof von Tlalnepantla in Mexiko, ist neuer Präsident des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM. Der Vorsitzende der Mexikanischen Bischofskonfernez wurde am Mittwoch (Ortszeit) bei der CELAM-Versammlung in Montevideo/Uruguay gewählt. Er übernimmt die Leitung des Gremiums von Kardinal Raymundo Damasceno Assis (74), Erzbischof von Aparecida und neuer Vorsitzender der Brasilianischen Bischofskonferenz. Zu Vizepräsidenten wurden der Kolumbianer Ruben Salazar Gomez (68), Erzbischof von Bogota, und Erzbischof Dimas Lara Barbosa (55) von Campo Grande im Westen Brasiliens, gewählt. Der neue Vorstand übernimmt die Geschäfte fürvier Jahre.

Der am 9. Januar 1950 geborene Aguiar wurde 1973 zum Priester und 1997 zum Bischof geweiht. Zuvor hatte er unter anderem in den USA studiert. Im CELAM hatte er bereits verschiedene Funktionen inne und war unter anderem von 1999 bis 2003 dessen Generalsekretär.

Der neue Vorsitzende kämpft in seinem Heimatland Mexiko entschlossen gegen die Drogenmafia. Unter seiner Leitung forderte die Mexikanische Bischofskonferenz zuletzt „einen Wechsel der Strategie“ im Kampf gegen die immer mächtiger werdenden Drogenkartelle. Im Zentrum solle künftig vor allemein international abgestimmtes Vorgehen mit den Konsum- und Transitländern stehen. Zudem müssten mehr sozialpolitische Maßnahmen ergriffen werden: „Genauso, wie sich die Drogenmafia fortlaufend neu organisiert, müssen auch wir es tun.“

Der Erzbischof von Tlalnepantla unterstrich zudem zuletzt immer
wieder die Notwendigkeit einer intensiveren Familienpastoral. Auch
die Politik müsse ihren Beitrag leisten und die Familie als
unentbehrliches Glied der Gesellschaft respektieren und unterstützen.

Der Geschäftsführer der deutschen katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Bernd Klaschka, gratulierte Aguiar zu seiner Wahl. „Er kann die Menschen zusammenführen“, sagte Klaschka am Rande der CELAM-Versammlung in Montevideo. Der Erzbischof kenne die Nöte der Migranten und der Armen; auch als Vorsitzender der mexikanischen Bischöfe sei er ihnen „stets ein Anwalt gewesen“. Dem scheidenden CELAM-Präsidenten Assis dankte der Adveniat-Geschäftsführer für die gute Zusammenarbeit.

Der CELAM tagt noch bis zum Samstag. Mehr als 60 Vertreter der Bischofskonferenzen von Lateinamerika und der Karibik erörtern in Montevideo die Situation der katholischen Kirche auf dem Kontinent. Der Bischofsrat kommt alle zwei Jahre zusammen, zuletzt 2009 in Nicaraguas Hauptstadt Managua. (KNA)