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Neue Unterkünfte für Erdbebenopfer

Santiago de Chile. Bis Ende der Woche sollen in Chile über 20.000 Notfallhäuser aus Holz für die Opfer des verheerenden Erdbebens im Februar bereitstehen. Dies teilte die Hilfsorganisation "Ein Dach für Chile" mit. Damit werde das vor 60 Tagen gesteckte Ziel erreicht, wird der Gründer der Organisation, der Jesuit Felipe Berrios, von örtlichen Medien zitiert. Der Jesuitenpater hat die Organisation im Jahr 1997 gegründet.

Bei einer Fernsehspendengala mit dem Titel "Chile hilft Chile" sammelte das südamerikanische Land im März umgerechnet mehr als 22 Millionen Euro. Dieses Geld wurde der Hilfsorganisation zur Verfügung gestellt. Rund 70.000 Chilenen halfen "Ein Dach für Chile" zufolge freiwillig beim Bau der Notbehausungen.

Ende Februar bebte in Chile die Erde, eine Flutwelle traf in der Folge auf die Küste des Landes. Zahlreiche Küstenstädte wurden verwüstet; in den Katastrophengebieten kam es zu Plünderungen und Gewaltausbrüchen, die schließlich mit Militäreinsatz unter Kontrolle gebracht wurden. Über 500 Menschen starben; tausende Familien wurden obdachlos.

Die Mehrzahl der Holzhäuser wurde in den vom Erdbeben am meisten betroffenen Küstenregionen Biobio, O´Higgins und Maule aufgebaut. Derweil hat die chilenische Regierung in einem Wiederaufbauplan ebenfalls bekanntgegeben, dass schon bald mit Hilfe der betroffenen Gemeinden mit dem Bau von "richtigen Häusern" für die Erdbebenopfer begonnen werden soll.

Berrios rief in einer Radiosendung dazu auf, die Opfer des Bebens nicht zu vergessen. Die Betroffenen fühlten sich im Moment "im Stich gelassen". Dies könne zu einem "sozialen Aufstand" führen. Mehr als Geld bräuchten die Opfer ein Ohr und Verständnis. "Chile muss Trauerarbeit leisten", so der Jesuit.

Quelle: kna