|

Neue Studie belegt groües Lohngefälle

Benachteiligt sind vor allem Frauen und ethnische Minderheiten.

Eine neue Studie der Interamerikanischen Bank für Entwicklung (Banco Interamericano de Desenvolvimento – BID) belegt, dass die Lohnunterschiede bezüglich Ethnie und Gender in Lateinamerika nach wie vor groß sind. Trotz wirtschaftlichen Wachstums und politischem Bemühungen um Gleichstellung sind Frauen und ethnische Minderheiten weiterhin klar im Nachteil. Die Studie mit dem Titel „New Century, Old Disparities: Gender and Ethnic Wage Gaps in Latin America“ (Neues Jahrhundert, alte Ungleichheit: Gender- und Ethnischspezifische Lohngefälle in Lateinamerika) vergleicht Gehälter von Beschäftigten mit gleichen demographischen Daten und Arbeitsbedingungen, wie Alter, Bildungsniveau, Wohnort und Art der Arbeit.

Die Untersuchung ergab, dass Männer, unabhängig von Alter, Bildung, Arbeitsverhältnis und Unternehmensgröße, mehr verdienen als Frauen. Einzig in der Landwirtschaft ist das Gehalt gleich hoch. Die Lohnunterschiede variieren dabei stark zwischen den 18 untersuchten Ländern. In Brasilien ist der Unterschied mit 30% am größten, während er in Bolivien (-1,8%) am niedrigsten ist. Generell lässt sich sagen, dass das geringste Lohngefälle bei jüngeren Menschen mit akademischem Abschluss zu finden ist.

Die Untersuchung zur Ethnie beschränkt sich auf sieben Länder. Das Ergebnis: Beschäftigte, die keiner Minderheit angehören, erhalten in der Regel 28% mehr Gehalt als ihre indigenen und afro-stämmigen Kollegen. Auch hier steht Brasilien mit 30% an der Spitze der Länder, die deutliche Lohnunterschiede machen. Am geringsten ist der Unterschied in Ecuador (4%). Laut Studie erklärt sich die ethnische Benachteiligung vor allem durch die Art der Beschäftigung. So seien die Minderheiten in Betrieben mit hohen Gehältern stark unterrepräsentiert.

Bildung ist der Schlüssel, die Ungleichheit zu verringern. Dessen sind sich die Autoren der Studie (Hugo Nopo, Juan Pablo Atal und Natalia Winder) sicher. Politische Bestrebungen in der Richtung sollten jedoch mit weiteren Strategien kombiniert werden, wie zum Beispiel die Errichtung weiterer Kindertagesstätten. Besondere Aufmerksamkeit und Förderung sollte den indigenen Mädchen gelten.

Text: leif