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Neue Spekulationen über Mord an Kardinal Posadas

Rund 19 Jahre nach dem weltweit beachteten Mord am mexikanischen Kardinal Juan Jesus Posadas Ocampo sind neue Spekulationen über die Hintergründe der Bluttat aufgetaucht. Nach einem Bericht des "Houston Chronicle" soll die Ermordung auf einer tragischen Verwechslung basieren. Im Oktober 1993 sollen demnach Auftragsmörder des Drogenkartells der Brüder Arellano Felix mit der Aufgabe zum Flughafen von Guadalajara gefahren sein, den Drogenboss Joaquin Guzman zu töten. Stattdessen ermordeten die Auftragskiller aber versehentlich den Erzbischof von Guadalajara, offenbar weil sie vermuteten, der untergetauchte Guzman habe sich für eine Reise nach El Salvador entsprechend verkleidet.

Mexikanische wie US-amerikanische Medien zitieren dabei aus einem FBI-Dokument, das entsprechende Schlüsse nahelege. Im vergangenen Jahr hatte ein Mitglied eines mexikanischen Drogenkartells dagegen den Geheimdienst für das Attentat verantwortlich gemacht. Nicht die Drogenmafia, sondern Agenten des Geheimdienstes hätten den Mord ausgeführt, behauptete das mutmaßliche Kartellmitglied Benjamin Arellano Felix. Nach seiner Darstellung waren während des Attentates am 24. Mai 1993 auf dem Flughafen in Guadalajara Geheimdienstmitarbeiter anwesend, um die Tat zu koordinieren und sie wie eine zufällige Schießerei aussehen zu lassen. Unmittelbar im Anschluss seien Mitglieder des verdächtigten Drogenkartells beim päpstlichen Nuntius in Mexiko-Stadt vorstellig geworden, um ihre Unschuld zu beteuern.

Der Schießerei auf dem Flughafen von Guadalajara fiel Kardinal Posadas einem Bericht der mexikanischen Regierung zufolge nur zufällig zum Opfer. Die Kirche akzeptiert diese Erklärung bis heute nicht. Sie geht von einem Komplott gegen den Erzbischof von Guadalajara aus, der wegen seiner kritischen Aussagen vielen örtlichen Machthabern ein Dorn im Auge war. Posadas´ Leiche wies 14 Einschüsse aus nächster Nähe auf. Für die Tat wurden mehrere Personen zu teils langen Haftstrafen verurteilt.

Quelle: KNA