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Neue Priester für Lateinamerika

„Ein wichtiges Anliegen von Adveniat ist es, die Priesterausbildung in Lateinamerika zu unterstützen.“ Das hat Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka am 4. Mai 2011 im Rahmen einer Pressekonferenz in München betont. Kein junger Mann solle aufgrund seiner finanziellen Verhältnisse sagen müssen: „Ich kann kein Priester werden“, betonte Klaschka. Der Geschäftsführer des Lateinamerikahilfswerkes äußerte sich im Vorfeld einer Tagung der Patenschaftsreferenten der deutschen Diözesen in Freising. Die Patenschaftsaktion biete laut Klaschka engagierten Menschen die Möglichkeit, sich langfristig für eine friedliche und gerechte Entwicklung in Lateinamerika einzusetzen. Sie ist eine gemeinsame Initiative der deutschen Bistümer und der Bischöflichen Aktion Adveniat und setzt sich seit 1963 für die Ausbildung einheimischer Seelsorger in Lateinamerika ein.

Die Rolle eines Priesters in Lateinamerika sei anders als in vielen anderen Ländern der Welt, sagte Alexis Rodríguez Vargas, Sekretär der Abteilung Berufungen und Dienstämter des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM: „Wir sind auch Sozialarbeiter, setzen uns ein für Gesundheit und Bildung, gerade in abgelegenen Regionen.“ Die soziale, politische und wirtschaftliche Situation in Lateinamerika wirke sich direkt aus auf die Arbeit der Kirche, die sie oft mit sehr bescheidenen Mitteln leiste. Insbesondere die Naturkatastrophen die Erdbeben in Haiti und Chile sowie die Wirbelstürme, die jedes Jahr auf die karibische Küste treffen hätten die Menschen in Lateinamerika „hart getroffen“, so Rodríguez Vargas. Mit Hilfe der Patenschaftsaktion „können wir den Blick in die Weltkirche hinaus richten“, betonte Domkapitular Monsignore Wolfgang Huber, Leiter der Abteilung Weltkirche im Erzbistum München-Freising, im Rahmen der Pressekonferenz. Dabei sei nicht allein die Geldspende etwas Wichtiges, sondern es sei wichtig, zu wissen, „dass man spirituell gemeinsam auf dem Weg ist“.

Im Schnitt erhält jeder fünfte Priesteramtskandidat in Lateinamerika eine Förderung durch die Patenschaftsaktion. Die 103 Paten im Erzbistum München und Freising haben die Priesterausbildung im Partnerland Ecuador im vergangenen Jahr mit etwa 53.000 Euro unterstützt. Deutschlandweit zählt die Aktion etwa 2.880 Paten. Derzeit werden 5.614 Seminaristen mit mehr als 3,6 Millionen Euro gefördert.