Bolivien, Brasilien |

Neue Partner in der Drogenbekämpfung

Bolivien und Brasilien wollen in der Bekämpfung der illegalen Drogenwirtschaft so eng zusammenarbeiten wie nie. Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch anlässlich des bolivianischen Nationalfeiertages „Tag des Meeres“ erklärte Brasiliens Botschafter in La Paz die Neuausrichtung künftiger Kooperation. „Wir denken, dass Boliviens Strategie im Kampf gegen die Drogen die richtige ist: Die Drogenpolitik nationalisieren und die Suche nach regionalen Mechanismen“, sagte Botschafter Marcel Biato im Hinblick auf die Ausweisung der US-amerikanischen Drogenbekämpfungsbehörde DEA durch die bolivianische Linksregierung Ende 2008 an.

Im Februar 2011 hatten Brasiliens Justiz-Staatssekretär Luiz Paulo Barreto und Boliviens Minister für Sozialschutz und kontrollierte Substanzen Felipe Cáceres eine weitreichende Absichtserklärung unterschrieben. Der 6-Punkte-Plan sieht neben dem vorläufigen Austausch auf technischer Ebene den Abschluss eines konkreten Abkommens vor. Dafür werde am 28. März der brasilianische Justizminister nach La Paz kommen, so Marcel Biato. Für den Anti-Drogen-Kampf in der Region sei es zudem von hoher Bedeutung „Verantwortung und Anerkennung für die Traditionen Boliviens“ in den Mittelpunkt zu stellen.

Den Vorwurf einer gewollten Konkurrenz zur DEA wies der Botschafter zurück. Auch wenn man Ausrüstung aus den USA ersetze, habe Brasilien nicht die Absicht „irgendjemanden zu verdrängen“. Der Drogenkampf sei nicht allein die Aufgabe Boliviens. Über 80 Prozent der bolivianischen Kokainproduktion wird in Brasilien konsumiert. Konkret soll die gemeinsame Grenze von 3.500 Kilometer gemeinsam und besser überwacht werden, verstärkt in den Grenzstädten Corumbá-Puerto Suárez, Cáceres-San Matías, GuajaráMirim-Guayaramerín und Brasil-Epitaciolandia-Cobija. (bb)

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