Haiti |

Neuauszählung der Stimmen soll Klarheit bringen

In Haiti werden laut lokalen Medienberichten die Stimmzettel der Präsidentschaftswahlen vom 28. November neu ausgezählt. Dies entschied die Wahlkommission des Landes nach zuletzt heftigen Protesten der Bevölkerung. Bei der Neuauszählung des Urnenganges sollen neben ausländischen Wahlbeobachtern auch den drei führenden Bewerbern um das höchste Amt die Möglichkeit eingeräumt werden, den Prozess zu überwachen.

Der UN-Sicherheitsrat hat sich unterdessen besorgt über die Situation in Haiti geäußert. US-Botschafterin Susan Rice drückte in ihrer Eigenschaft als amtierende Ratsvorsitzende des Sicherheitsrats dessen "tiefe Sorge über die Vorfälle und die Gewalt nach der Bekanntgabe der vorläufigen Ergebnissen" aus. Rice äußerte die Hoffnung, dass "mit der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft das haitianische Volk den Wahlprozess zu einem erfolgreichen Ergebnis führen kann".

Die Unruhen hatten am Dienstag begonnen, nachdem bekanntgegeben wurde, dass der populäre Musiker Michel Martelly als Drittplatzierter aus dem Rennen um die Präsidentschaft ausgeschieden war. Seine Anhänger zweifelten das Abstimmungsergebnis an. Bei den schweren Unruhen zwischen Anhängern und Gegnern des amtierenden Staatspräsidenten René Preval wurden in dieser Woche mehrere Menschen verletzt.

Nach offiziellen Angaben führen nach dem ersten Wahlgang die oppositionelle Rechtsprofessorin Mirlande Manigat und der Kandidat des noch amtierenden Staatspräsidenten René Préval, Jude Celestin. Manigat, Ehefrau des ehemaligen Präsidenten Leslie Manigat, konnte 31,37 Prozent der Stimmen gewinnen, Celestin kam auf 22,48 Prozent. Manigat und Celestin würden nun voraussichtlich am 16. Januar in einer Stichwahl gegeneinander antreten, sollte die Neuauszählung das Ergebnis bestätigen. (TK)