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Netzwerk gegen Menschenhandel geplant

Im brasilianischen Bundesstaat Ceará soll ein Netzwerk gegen den Menschenhandel gebildet werden. Dieser Vorschlag wurde auf einem Kongress diskutiert, der am 23. und 24. September in der Hauptstadt Fortaleza stattfand. Zugleich soll die Bevölkerung von Ceará dazu angeregt werden, sich der Nationalen Bewegung gegen den Menschenhandel (MCTP) anzuschließen. Veranstalter war die Nichtregierungsorganisation Instituto de Estudos de Direito e Cidadania (IEDC), die sich für eine Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in Brasilien einsetzt.

Auf dem Kongress wurde deutlich, dass vor allem Frauen Opfer des Menschenhandels sind. Ihr Anteil beträgt rund 80 Prozent. Stark betroffen sind außerdem Heranwachsende und Kinder. Nach Ansicht vieler Experten ist diese Form der Ausbeutung Folge der nach wie vor in Brasilien herrschenden Macho-Kultur. Menschen, die in Armut und Elend lebten, seien am gefährdetsten und fielen leichter der Ausbeutung anheim.

Die Ordensschwester Claudina Scapini, Koordinatorin der Wanderarbeiterseelsorge Pastoral do Migrante, berichtete von der dramatischen Lage in Ceará, wo derzeit 43 ausländische Frauen, mehrheitlich Afrikanerinnen, wegen der Verwicklung in Drogengeschäfte in Haft säßen. Diese Frauen versicherten, Opfer von Menschenhandel geworden zu sein, ohne etwas von einem Transport von Drogen gewusst zu haben.

Ein besonderer Aspekt des Menschenhandels ist die sexuelle Ausbeutung von Kindern, Heranwachsenden und Frauen. Nach Überzeugung einer Kongressteilnehmerin trägt die Gesellschaft mit ihrer duldsamen Einstellung die Verantwortung hierfür. Selbst viele Polizisten sähen sexuellen Missbrauch nicht als Verbrechen an. (bs)

Quelle: Adital