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Nayib Bukele gewinnt Präsidentschaftswahl

 

Es ist eine Zäsur in dem mittelamerikanischen Staat: Mit seinem Sieg hat Nayib Bukele das seit den 1990er Jahren bestehende Zweiparteiensystem in El Salvador aufgebrochen. Doch auf den 37-Jährigen wartet harte Arbeit.

Der strahlende Sieger: Nayib Bukele (Foto: Reuters)

Er könne mit "absoluter Sicherheit" seinen Sieg verkünden, sagte Nayib Bukele, der Kandidat der konservativen Partei "Große Allianz für die nationale Einheit" (Gana), in der Hauptstadt San Salvador. Die beiden Rivalen des 37-Jährigen - Carlos Calleja von der weit rechts stehenden "Republikanischen nationalistischen Allianz" (Arena) und Hugo Martínez von der linksgerichteten "Nationalen Befreiungsfront Farabundo Marti" (FMLN) - räumten ihre Niederlagen ein. Bukele konnte nach dem vorläufigen Endergebnis 53,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, wie die Wahlkommission mitteilte. Calleja kam demnach auf 31,6, Ex-Außenminister Martínez abgeschlagen auf 13,8 Prozent. Bukele musste damit nicht in die Stichwahl.

"Heute haben wir Geschichte geschrieben"

Sollte sich sein Sieg bestätigen, wäre das ein Epochenwandel für das von Gewalt und Korruption geprägte zentralamerikanische Land, das seit dem Ende des Bürgerkriegs 1992 abwechselnd von Arena und FMLN regiert wurde. "Heute haben wir Geschichte geschrieben", sagte Bukele in seiner Siegesrede vor jubelnden Anhängern in San Salvador. Mit seinen 37 Jahren wird er der bislang jüngste Staatschef des mittelamerikanischen Landes. Bukele löst den linken Präsidenten Salvador Sánchez Serén ab, die Amtsübernahme ist für den 1. Juni vorgesehen. Allerdings wird er ohne Mehrheit im Parlament regieren müssen: Dort verfügt seine Partei über nur elf der insgesamt 84 Sitze.

Donald Trump im Nacken

Bukele hat versprochen, mehr in Bildung zu investieren und die Korruption zu bekämpfen. Vor allem aber müsste er neue Programme gegen die weit verbreitete Unsicherheit in dem Land umsetzen. Die Mordrate liegt bei 51 pro 100.000 Einwohnern und damit erheblich über dem weltweiten Durchschnitt. Die Bevölkerung hat zudem mit einer Wirtschaftskrise zu kämpfen. Der junge Politiker muss sich schließlich mit den Drohungen von US-Präsident Donald Trump auseinandersetzen, auch die Hilfe für El Salvador zu kürzen, wenn das Land nicht mehr tue, um die Migration in die Vereinigten Staaten einzudämmen.

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