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Naturschutz auch ökonomisch sinnvoll

Sechs lateinamerikanische Länder zählen zu jenen mit der weltweit größten Biodiversität: Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Mexiko, Peru und Venezuela. Alle zusammen nehmen zwar weniger als zehn Prozent der gesamten Erdoberfläche ein, hier finden sich aber rund 70 Prozent aller bekannten Arten von Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien, Pflanzen und Insekten. Allein Südamerika besitzt mehr als ein Viertel der weltweiten Waldbestände. Und 50 Prozent der Pflanzen in der Karibik sind an keinem anderen Ort der Erde anzutreffen.

„Supermacht der Biodiversität“

Auf diese beeindruckenden Zahlen weist ein Bericht des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (englische Abkürzung: UNDP, spanische Abkürzung: PNUD) hin. Dieser bezeichnet in seinem Titel Lateinamerika und die Karibik als eine „Supermacht der Biodiversität“. Allerdings befänden sich die Naturschätze in Gefahr, sollten die nationalen Regierungen keine ausreichenden Maßnahmen zu ihrem Schutz ergreifen, heißt es.

Der Bericht wendet sich aber auch an Unternehmen: sie sollen die Chancen eines nachhaltigen Wirtschaftens erkennen. Naturschutzgebiete auch touristischer FaktorIn Lateinamerika und der Karibik gibt es über 4.400 Naturschutzgebiete, die eine Fläche von rund fünf Millionen Quadratkilometern einnehmen. 22 Prozent hiervon entfallen auf Meeresschutzgebiete.

Laut UNPD leisten die Naturschutzgebiete einen wichtigen Beitrag für die Volkswirtschaft des jeweiligen Landes - Nutzen zögen die Landwirtschaft, die Fischfangindustrie, die Forstwirtschaft, aber auch der Tourismus. Zu den zahlreichen Bedrohungen zählten illegale Landbesetzung, Holzeinschlag, der Einsatz von Pestiziden, Wilderei und Straßenbau.

Deutliche Unterfinanzierung

Dem Bericht zufolge geben die 18 größten Länder der Region jährlich umgerechnet 382 Mio. US-Dollar für ihre Naturschutzgebiete – deutlich zu wenig, denn dieser Wert betrage lediglich 55 Prozent der notwendigen Mindestfinanzierung. Infolge dieses Defizits würden in vielen Naturschutzgebieten nicht nachhaltige Praktiken indirekt gefördert. (bs)

Quelle: Noticias Aliadas