Mexiko |

Nationales Programm gegen Armut in Chiapas gestartet

Mit der Unterzeichnung des Dekrets „Sin Hambre“ durch den Präsidenten Enrique Peña Nieto startete diesen Montag, 21. Januar, in der Gemeinde Las Margaritas im Bundesstaat Chiapas der geplante „Kreuzzug gegen den Hunger“. Das umgerechnet rund 234,8 Millionen Euro schwere Maßnahmenpaket umfasst 70 verschiedene Sozialprogramme, die in den kommenden sechs Regierungsjahren die Armut in Mexiko deutlich verringern sollen. Im ersten Jahr richtet sich das Programm an 7,4 Millionen Mexikaner aus 400 Gemeinden des Landes, die nach Daten des Nationalrats zur Auswertung der Politik der sozialen Entwicklung (Coneval) besonders unter extremer Armut und an Unterernährung leiden.

Wie auch Sozialministerin Rosario Robles versicherte, beinhalte das Armutsbekämpfungsprogramm nicht nur Lebensmittelspenden an notdürftige Gemeinden, sondern umfasse vor allem einen gesicherten Zugang zu Lebensmitteln sowie eine gesicherte Lebensmittelproduktion. Dabei wolle man besonders durch nachhaltige Entwicklungsprogramme Bauern und Kleinproduzenten unterstützen, um eine umfassende Nahrungssicherheit in den ländlichen Gebieten zu erreichen. Ein eigens zur Koordination des Programmes eingerichteter Nationalrat des Kreuzzuges gegen den Hunger werde für den Dialog und die notwendigen Abkommen zwischen öffentlichem, privatem und sozialem Sektor garantieren.

Kritiker lobten das sozialpolitische Engagement des Präsidenten, befürchten aber, dass die ehrgeizigen Pläne mit dem angestrebten Null-Haushaltsdefizit nicht zu vereinbaren seien. Allgemeine strukturelle Veränderungen in der Sozialpolitik seien wesentlich sinnvoller, um das jahrzehntelange Hungerproblem Mexikos effektiv bekämpfen zu können.

Der ehemalige Staatspräsident Felipe Calderón hinterließ Peña Nieto zum Jahreswechsel ein Land mit 52 Millionen Armen, wovon 23 Prozent in absoluter Armut leben. Insgesamt wohnen in Mexiko rund 112 Millionen Menschen. (sck)