Honduras |

Nationaler Dialog nach umstrittenen Wahlen beginnt

In Honduras beginnt ein nationaler Dialog zur Lösung der innenpolitischen Krise nach dem umstrittenen Wahlsieg des konservativen Präsidenten Juan Orlando Hernandez. In Vorgesprächen hatte die UN zunächst mit Vertretern der Regierungspartei und der offiziell unterlegenen Bewegung des Linkspolitikers Salvador Nasralla die Möglichkeiten von direkten Gesprächen ausgelotet. Nasralla wirft der Wahlbehörde vor, die Ergebnisse der Wahlen im vergangenen Jahr manipuliert zu haben.

Orlando Hernandez hatte vor wenigen Wochen ein Dokument unterzeichnet, in dem er die Vereinbarung zum nationalen Dialog anerkennt. Ex-Präsident Manuel Zelaya, der Nasralla noch als Koordinator des gemeinsamen Linksbündnisses unterstützt hatte, nimmt dagegen nicht am Dialog teil, weil er dem Gremium misstraut.

Im Dezember 2017 hatte die staatliche Wahlbehörde Amtsinhaber Juan Orlando Hernandez drei Wochen nach dem Urnengang zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt. Der konservative Politiker gewann nach offiziellen Angaben mit 42,95 Prozent vor dem Linkskandidaten Nasralla. Wegen des knappen Vorsprungs von 1,53 Prozent der Stimmen gab es harte Auseinandersetzungen um das Wahlergebnis. Die Opposition wirft der Regierung Wahlbetrug vor, internationale Wahlbeobachter kritisierten Unregelmäßigkeiten bei dem Urnengang. Im Anschluss kam es in Honduras immer wieder zu blutigen Protesten gegen die Regierung.

Quelle: KNA