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Nationaler Dialog beginnt

Zu den Gesprächen hatte die Nicaraguanische Bischofskonferenz aufgerufen, die als Vermittler zwischen der sandinistischen Regierung von Präsident Daniel Ortega und Vertretern der Opposition und der Zivilgesellschaft fungieren soll.

Kardinal Leopoldo José Brenes Solórzano, Erzbischof von Managua, bedauerte bei der Verlesung der offiziellen Erklärung der Bischofskonferenz, dass die Bedingungen für den Dialog nicht die besten seien, bekräftigte aber, dass „der Dialog dennoch im Seminar Nuestra Señora de Fátima beginnen wird". Unterdessen müsse man sich vor allem darum bemühen, dass die Gewalt auf den Straßen mancher Städte umgehend beendet werde, so der Kardinal, der in diesem Zusammenhang die Nachrichten über die Zusammenstöße in Sébaco und Matagalpa bedauerte.

Die Voraussetzungen für den Dialog hatten die Bischöfe bereits in einem Brief an Präsident Daniel Ortega formuliert. Darin forderten sie die Einreisegenehmigung für Vertreter der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte; die Beendigung von Aktionen paramilitärischer Einheiten; die Beendigung der Repression sowie glaubwürdige Signale der Dialogbereitschaft. Nur unter diesen Voraussetzungen werden man eine Mittlerrolle übernehmen, hieß es in dem Schreiben an das Staatsoberhaupt.

Unterdessen bleibt die Lage im Land angespannt und ungewiss. Studierende und Unternehmer sagten ihre Teilnahme am Dialog zwar zu, doch das Vertrauen der Bürger in die Behörden bleibt aufgrund der militärischen Unterdrückung der Proteste nachhaltig geschädigt. Der Weihbischof von Managua, Silvio José Báez, teilt auf seinem Twitter-Profil mit, dass die Priester trotz anhaltender Einschüchterung und telefonischen Drohungen "sich nicht von Emotionen, Wut oder Niedergeschlagenheit überwältigen lassen dürfen und schon gar nicht von Angst oder Gewalt ".

Ob die "Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte" zur Untersuchung der Gewalttaten und Todesfälle bei den Protesten in das Land einreisen darf, ist noch offen.

Quellen: kna, Fides