Kolumbien |

Nachfolge-Organisationen der Paramilitärs äuüerst gewalttätig

Der Direktor von Human Rights Watch Amerika, José Miguel Vivanco, hat die kolumbianische Regierung dazu aufgefordert, wirksam gegen gewalttätige Organisationen vorzugehen, die aus aufgelösten paramilitärischen Gruppierungen hervorgegangen sind. „Gleich welchen Namen man diesen Gruppen gibt – Paramilitärs, Gangs oder sonstwie – man darf ihren Einfluss auf die Menschenrechte in Kolumbien nicht kleinreden. Wie die Paramilitärs begehen diese Nachfolge-Organisationen unvorstellbare Verbrechen“, so Vivanco bei der Präsenation eines Berichts über Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien.

Der 122-seitige Bericht mit dem Titel «Paramilitaries´ Heirs: The New Face of Violence in Colombia » («Erbe der Paramilitärs: Das neue Gesicht der Gewalt in Kolumbien»), dokumentiert die schweren Verbrechen von Gruppierungen, die aus der paramilitärischen Koalition Autodefensas Unidas de Colombia (AUC) hervorgegangen sind. Wie Human Rights Watch berichtet, sind diese Gruppierungen regelmäßig Urheber von Massakern, Morden, Vertreibungen und Vergewaltigungen und schaffen in den von ihnen kontrollierten Gemeinden eine bedrückend und bedrohliche Atmosphäre. Zielscheibe ihrer Gewalttätigkeiten sind oft Menschenrechtler, Gewerkschaftler und Opfer von Paramilitärs, die Gerechtigkeit einfordern.

Der Bericht entstand nach zweijährigen Recherchearbeiten und zeigt die brutalen Auswirkungen dieser Gruppen auf die Menschenrechte in Kolumbien, vor allem in Medellín, der Region um Urabá sowie den Departements von Chocó, Meta und Nariño. Ergänzend zum Bericht dokumentiert Human Right Watch Fotos und Audioaufnahmen von Kolumbianern, die Opfer dieser Gruppierungen geworden sind (siehe Link unten).