Bolivien |

Nach Streit mit Regierung: Kirche zahlt Weihnachtsgeld

Weihnachtspyramide in La Paz, Bolivien. Foto: jblanco88, CC BY-NC-SA 2.0.
Weihnachtspyramide in La Paz, Bolivien. Foto: jblanco88, CC BY-NC-SA 2.0.

Nach dem Streit mit der sozialistischen Regierung will die katholische Kirche in Bolivien nun doch das für alle Unternehmen angeordnete doppelte Weihnachtsgeld ohne Hilfe des Staates zahlen. Man müsse die Rechte der Arbeiter respektieren und die Summe irgendwie aufbringen, zitiert die Tageszeitung "El Deber" in ihrer Onlineausgabe am Montag, 24. November 2014, einen Sprecher der Erzdiözese Santa Cruz.

Um den rund 30.000 Mitarbeitern ihrer rund 2.300 Sozialeinrichtungen das staatlich verordnete zusätzliche Gehalt zahlen zu können, muss die Kirche nach Angaben von "El Deber" umgerechnet fünf Millionen Euro aufbringen. Das Erzbistum Santa Cruz habe dafür zu einer Extrakollekte aufgerufen; die Kirche wolle zudem um internationale Hilfe bitten.

Zwischen der Regierung von Präsident Evo Morales und der Ortskirche war es in der Frage zu Verstimmungen gekommen. Die Bitte der Kirche nach staatlicher Unterstützung wies die Regierung zurück. Wirtschafts- und Finanzminister Luis Arce erklärte: "Aus der Sicht des Staates zählt die Kirche zum privaten Sektor." Sie habe ihre Mechanismen, ihre Gelder zu akquirieren, und sie habe ihre Arbeit auch bislang nie mit der Zentralregierung koordiniert.

Zum Wahlkampfauftakt hatte Morales ein zusätzliches Monatsgehalt für alle Arbeitnehmer versprochen. Experten befürchten, dies könnte vor allem viele kleinere Unternehmen in finanzielle Bedrängnis bringen. Unternehmerverbände fürchten negative Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. Andere Studien erwarten dagegen einen positiven Effekt auf die Kaufkraft der Bevölkerung.

Quelle: KNA, Fotoquelle: jblanco88, CC BY-NC-SA 2.0