|

Nach Brasilien erkennt Argentinien Palästinenserstaat an

Nachdem Brasilien bereits letzte Woche die palästinensischen Autonomiegebiete als freien Staat in den Grenzen von vor 1967 anerkannt hatte, zog Argentiniens Regierung nun nach. Ende November soll der palästinensische Präsident Mahmud Abbas Brasiliens Staatspräsidenten Luiz Inacio Lula da Silva um die formelle Anerkennung gebeten haben. Derweil hat Uruguays Regierung erklärt, im Januar ebenfalls die Anerkennung folgen zu lassen.

Der argentinische Außenminister Hector Timermann sagte, dass Argentinien mit seinen Mercosur-Partnern Brasilien, Paraguay und Uruguay die Ansicht teile, dass nun der Moment gekommen sei, die palästinensischen Territorien anzuerkennen. Ein freier palästinensischer Staat würde zur Lösung des Konfliktes in der Region beitragen, so Timermann. Bereits seit 1996 haben die Palästinenser eine eigene Vertretung in Buenos Aires. Vor zwei Jahren hat Argentinien zudem in Ramallah seine Landesvertretung eröffnet.

Bei einem Besuch in der Türkei hatte Abbas vor einigen Tagen erklärt, dass man die Anerkennung durch "Paraguay und andere lateinamerikanische Länder" erwartet. Die USA hatten die Anerkennung Palästinas durch die südamerikanischen Staaten kritisiert; für die Diplomatie Washingtons sind die direkten Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern der einzige Weg zu einer Lösung des seit Jahrzehnten schwelenden Konfliktes. Israel hatte große Teile des Palästinensergebietes im Sechstagekrieg von 1967 erobert und seitdem besetzt gehalten. (milz)