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Mutter von Ex-Pemex-Chef in Deutschland verhaftet

Die Mutter des ehemaligen Direktors der mexikanischen staatlichen Erdölfirma "Pemex" ist in Deutschland verhaftet worden. Gilda Margarita Austin, Mutter von Emilio Lozoya, sei beim Versuch der Einreise auf Grundlage eines internationalen Interpol-Haftbefehls festgenommen worden, informierte der Anwalt der Familie, Javier Coello Trejo am Mittwoch, dem 24. Juli 2019 im Morgenprogramm "Por la Mañana" des TV-Senders "Milenio".

Gila Margarita wird in Mexiko wegen Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Vereinigung im Odebrecht-Skandal gesucht. Das private Stahlunternehmen AHMSA hatte eine Million US-Dollar an eine Odebrecht-Scheinfirma überwiesen, die wiederum über dubiose Immobiliendeals Zahlungen an Lozoya und seine Familie leistete. 2014 kaufte "Pemex", die Erdölfirma mit den meisten Schulden weltweit, mit Steuergeldern von AHMSA eine Düngefabrik zu einem Preis, der 90 Prozent über dem Marktwert liegt. Ex-AHMSA-Chef Alsonso Ancira wurde im Mai 2019 in Spanien verhaftet und darf das Land nicht verlassen.

Im Juni hatte die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft Haftbefehle für den Ex-Pemex-Chef Lozoya, seine Ehefrau Marielle Eckes, seine Schwester Gilda Lozoya, für die Immobilien-Händlerin Nelly Aguilera und seine nun gefasste Mutter ausgestellt, informiert die Nachrichtenagentur Reuters. Laut Anwalt Cuello sei seine Mandantin auf Urlaubsreise nach Europa gewesen, "sie ist nicht vor der Justiz geflohen". Nach ihrer Verhaftung in Deutschland soll die Beschuldigte an die mexikanischen Behörden ausgeliefert werden, so die Tageszeitung "El Imparcial". Angaben darüber, wo genau sie verhaftet wurde, machte der Anwalt nicht. (bb)

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