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Museum über Bauern-Kämpfe im Nordosten geplant

In der Stadt Sapé im nordöstlichen brasilianischen Bundesstaat Paraíba soll ein Museum die Erinnerung an die historischen Bauernkämpfe im Jahrzehnt vor der Militärdiktatur wachhalten. Untergebracht sein wird es den Plänen zufolge im Haus des 1962 ermordeten Bauernanführers João Pedro Teixeira. Bis zu dessen 50. Todestag, dem 2. April 2012, soll das Museum spätestens eröffnet haben.

Problem der Landverteilung hochaktuell

Eine brasilianische Nichtregierungsorganisation, die sich dem Gedenken an das Wirken der Bauern-Bünde (Ligas Camponesas) verschrieben hat, traf sich in der vergangenen Woche mit einem Regierungsvertreter aus Brasília und sondierte Möglichkeiten der Finanzierung des Projektes. Das Museum soll nicht nur die Bauern-Kämpfe aus der Zeit von João Pedro Teixeira in Erinnerung rufen, sondern daran gemahnen, dass die ungerechte Landverteilung in Brasilien bis in die Gegenwart besteht. Insofern handelt es sich keineswegs nur um ein historisches Thema.

Signal: Veränderung ist möglich

Dem Museums-Komplex angeschlossen sein soll ein Zentrum für landwirtschaftliche Ausbildung. Ein Anliegen hierbei ist eine ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft. João Pedro Teixeira gilt den Initiatoren des Projekts als Bürger, der sein Leben opferte dafür, dass sich das Leben anderer Brasilianer verbessere. Das Museum solle vom Nordosten auf ganz Brasilien ausstrahlen und auch international ein Zeichen setzen.

Die Bauern-Bünde, die Ligas Camponesas, waren Zusammenschlüsse von Landarbeitern, die 1955 zuerst im nordöstlichen Bundesstaat Pernambuco entstanden. Andere Staaten folgten. Vor dem Staatsstreich von 1964 handelte es sich bei den Ligas Camponesas um die wichtigste Bewegung für eine Agrarreform in Brasilien. In Sapé in Paraíba, dem Sitz des geplanten Museums, führte João Pedro Teixeira über 10.000 Landarbeiter an. (bs)

Quelle: Adital