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Mundurukú gegen Staudammprojekt

Mitlieder der Mundurukú-Minderheit protestieren in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia gegen ein Staudamm-Projekt imTapajós-Becken im Amazonas. Wie die Nachrichtenagentur IPS berichtet befürchten die Indigenen vor allem den Verlust ihrer Ländereien durch Überschwemmungen. "Bis heute hat niemand von der Regierung mit uns gesprochen", so der 45 Jahre alte Kazike Juarez Saw am Mittwoch, den 11. Dezember, gegenüber IPS.

"Wenn die Regierung uns vertreibt wissen wir nicht wohin", betont Saw, traditioneller Vorsteher von Sawre Muybu, eine der betroffenen Gemeinden, ein Konsultationsverfahren. Das Bauprojekt im Tapajós-Becken mit fünf Staudämmen soll im wirtschaftlich aufstrebenden BRIC-Land Elektrizität liefern und eine Leistung von rund 10.700 Megawatt zur Verfügung stellen. Der Hauptstaudamm São Luiz do Tapajós allein soll 6.133 Megawatt liefern. Gemeinsam mit dem Damm von Jatobá liegt das Vorhaben am Tapajós-Fluss. Jamanxin, Cachoeira do Caí und Cachoeira dos Patos sind am Jamanxin-Fluss geplant.

Laut Angaben von IPS wären über 13.000 Mundurukú von den Auswirkungen des Energieprojekts betroffen. Dazu kommen weitere 20.000 von der Kayabi- und Apiaká-Minderheit. Zu Wochenbeginn waren zehn Kaziken und 30 Mundurukú-Kämpfer nach Brasília gereist. Als ersten Schritt fordern sie die Vergabe von Landtiteln zur Demarkation ihrer Stammesgebiete. Laut Brasiliens staatlichem Unternehmen für Energieforschung soll das Staudammprojekt zwischen 2017 und 2020 in Betrieb gehen. (bb)