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Mütter verklagen UN-Blauhelme auf Unterhalt

Nigerianische Soldaten der Minustah (Mission des Nations Unies pour la Stabilisation en Haiti) sichern das Gelände einer Schule. Foto: Adveniat/Escher
Nigerianische Soldaten der Minustah (Mission des Nations Unies pour la Stabilisation en Haiti) sichern das Gelände einer Schule. Foto: Adveniat/Escher

Zehn Mütter haben Klage gegen die UN-Mission (MINUSTAH) in Haiti sowie gegen die Väter ihrer Kinder eingereicht. Sie fordern die Anerkennung der Vaterschaft durch MINUSTAH-Blauhelme sowie die Übernahme von Unterhaltskosten durch die Vereinten Nationen, berichtet die Nachrichtenagentur Europapress Mitte der Woche.

Die anklagenden Frauen haben elf Kinder mit Soldaten aus Uruguay, Argentinien, Nigeria und Sri Lanka, die ihre Töchter und Söhne nach dem Abzug aus Haiti ohne Hilfe für Mutter und Kind zurückließen. In einem Fall sei eine Mutter erst 17 Jahre und Opfer einer Vergewaltigung gewesen, so die Angaben des Instituts für Justiz und Demokratie in Haiti (IJDH), das die Frauen bei ihrer Klage unterstützt. „Diese Frauen haben schwere wirtschaftliche Probleme und Diskriminierung erfahren“, zitiert Europapress den Anwalt der Frauen, Mario Joseph.

Trotz einer „Null-Toleranz“-Politik der Vereinten Nationen bei sexuellem Missbrauch sehe die Praxis bisher leider anders aus, beklagt der Jurist. Die UN-Führung lehnt eine juristische Zuständigkeit für Vaterschaft und Unterhalt ab. Laut Farhan Haq, Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, habe die UN keinerlei Kompetenzen um „Vaterschaft oder Unterhalts für die Kinder legal zu begründen“, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Dies sei allein die Aufgabe „persönlicher Verantwortung, die in nationalen Gerichtsprozessen bestimmt werden muss“. (bb)

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