El Salvador |

Mordrate um 70 Prozent gestiegen

Graffiti der "Mara Salvatrucha" an einer Hausfassade in El Salvador. Foto: Adveniat/Pohl
Graffiti der "Mara Salvatrucha" an einer Hausfassade in El Salvador. Foto: Adveniat/Pohl

2015 war das gewalttätigste Jahr in El Salvador seit dem Ende des Bürgerkriegs. Den Zahlen des nationalen Forensik Instituts (ILM) zufolge, kamen im letzten Jahr mindestens 6.657 Menschen gewaltsam ums Leben. Dies bedeute einen Anstieg um 70 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014. Somit werden in dem zentralamerikanischen Land durchschnittlich 104 Menschen pro 100.000 Bewohner ermordet. Das macht El Salvador zum gewalttätigsten Land der westlichen Hemisphäre.

Gefährlicher Sommer

Aus den Statistiken des ILM geht hervor, dass der August der Monat mit den meisten gewaltsamen Toden gewesen ist. Allein in dem Sommermonat wurden 911 Menschen umgebracht. Solche hohe Mordraten hatte es in El Salvador das letzte Mal während des 12 Jahre andauernden Bürgerkriegs gegeben. Darüber hinaus wurden 63 Polizeibeamte umgebracht - so viele wie nie zuvor.

Ende des Waffenstillstandes

Den Behörden zufolge ist der Großteil des massiven Anstiegs der Gewalt auf die wieder entflammten Auseinandersetzungen zwischen den beiden Marabanden "18" und "Salvatrucha" sowie das Vorgehen der Polizei gegen die Gangs zurückzuführen. 2012 war es der vorherigen Regierung El Salvadors mit Hilfe der katholischen Kirche gelungen, einen Waffenstillstand zwischen den beiden Maras auszuhandeln. In diesem Zusammenhang fiel die Mordrate innerhalb weniger Monate um die Hälfte. Der Frieden hielt jedoch nicht lange und galt im März 2014 als beendet. (aj)