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Morddrohungen gegen Radiojournalisten

Journalisten des Radiosenders Victoria im Bezirk Cabañas erhalten seit etwas mehr als zwei Monaten anonyme Morddrohungen per Post, E-Mail und Telefon. Die Einschüchterungen sind gegen die vier Mitarbeiter Pablo Ayala, Òscar Beltrán, Manuel Navarrete und Maricela Ramos sowie deren Familien gerichtet. „Sie beleidigen sie uns, schüchtern uns ein, beschneiden unsere Redefreiheit und fordern, dass wir den Fokus unserer Berichterstattung ändern. Falls wir das nicht tun, so schreiben sie, würden sie uns die Zeit geben, die Stadt zu verlassen oder uns zu töten“, berichtet Maricela Ramos. Die Drohungen bestehen zumeist aus einzelnen Sätzen wie „Seid still oder ihr sterbt“ oder: „Dies ist eine weitere Warnung, ihr könnt uns nicht entkommen“, und sind von Todesschwadronen unterzeichnet.

Betroffene vermuten Zusammenhang mit Protest gegen Bergbau

Radio Victoria ist ein lokaler Sender, der vor allem über Menschenrechtsfragen, soziale und ökologische Themen berichtet. In den letzten Jahren gab es auch immer wieder Beiträge über die Umweltschäden durch den Bergbau in der Region. Hier sehen die Mitarbeiter der Radiostation den Grund für die Morddrohungen, denn es gab bereits zuvor ähnliche Nachrichten an Journalisten, die für den Sender arbeiten. Die ersten Einschüchterungsversuche erhielten einige Radiomacher 2006, als der Protest gegen neue Bergbauprojekte in der Region auf einem Höhepunkt war. „Wir vertrauen denen, die uns beschützen sollen nicht“, so Òscar Beltrán, „Der Bergbau ist hier sehr eng mit den lokalen Machthabern verbunden. Ich vertraue der Polizei nicht“.

Da es in der Vergangenheit bereits Morde im Zusammenhang mit dem Bergbau gegeben hat, schätzt die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) die Bedrohung für die Journalisten von Radio Victoria als sehr hoch ein. Amnesty International hat dazu aufgerufen, Briefe an die Polizei sowie an die Justiz in Victoria zu schreiben, in denen eine sofortige Untersuchung der Morddrohungen und Schutzmaßnahmen für die betroffenen Journalisten gefordert werden. (aj)

Link zum Aufruf von Amnesty International:
http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-131-2011-1/morddrohungen-gegen-radiomacher