Guatemala |

Mord an Bischof Conedera sorgt erneut für Schlagzeilen

Einem am Wochenende entlassenen Komplizen beim Mord an dem guatemaltekischen Weihbischof Juan Jose Gerardi Conedera (1922-1998) steht eine kirchenrechtliche Untersuchung bevor. Das bestätigte der Erzbischof von Guatemala-Stadt, Oscar Julio Vian Morales, der Tageszeitung "Prensa Libre" (Sonntag). Der katholische Geistliche Mario Orantes Najera war am 4. Januar nach elfjähriger Haftzeit vorzeitig wegen guter Führung auf freien Fuß gesetzt worden. Er beteuerte seine Unschuld und kündigte an, seine Tätigkeit als Seelsorger wieder aufnehmen zu wollen.

Orantes war 1998 wegen Beteiligung an dem Mord an dem Weihbischof zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Gerardi, der Vorsitzende der kirchlichen Wahrheitskommission für Guatemala, war Ende April 1998 in der Garage seines Pfarrhauses erschlagen worden. Zwei Tage zuvor hatte er der öffentlichkeit die Dokumentation "Guatemala - nie wieder" übergeben. Der Bericht belegte 50.000 von insgesamt schätzungsweise 200.000 Menschenrechtsverletzungen während des 36-jährigen Bürgerkrieges in dem mittelamerikanischen Land. Die meisten werden dem Militär zugeschrieben.

Der Mord an Gerardi ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Die Haupttäter wurden 2001 verurteilt; ein Verfahren gegen 13 Militärs als mutmaßliche Hintermänner ist noch immer anhängig.

Quelle: KNA